Kantersieg zum Saisonabschluss – Neumühle dreht nach frühem Rückstand auf

23. Juni 2026

Kantersieg zum Saisonabschluss – Neumühle dreht nach frühem Rückstand auf

Seit dem vorletzten Spieltag der Kreisliga SN-NWM war klar, dass der Neumühler SV ein Jahr nach dem Abstieg direkt wieder in die Kreisoberliga zurückkehrt. Nach anstrengenden Wochen wollte man nun beim letzten Heimspiel die Saison gemütlich ausklingen lassen und gegen den Brüeler SV II aus dem Tabellenkeller mit einem klaren Sieg den eigenen Tabellenplatz legitimieren. Baruschke verzichtete daher auf sonst bei Amateurfußballern beliebten Unsinn wie beispielsweise das Losen von Positionen und schickte seine Top-Elf auf den Platz, bei der Kampfschwein Lode von Anfang an in der Sturmzentrale ran durfte. Dies hatte er sich durch engagierte Auftritte über die ganze Spielzeit hinweg verdient. Spannend war es vor allem in der teaminternen Torschützenliste, in der sich Zengel, Dombrowski und der gesperrte Hoffmann um die Kanone stritten, während unter anderem Abräumer Hahn und Lode mit ihren jeweils zwei Saisontoren noch auf den Platz von Koffein-Kevin schielten, der eine Bude mehr auf seinem Konto hatte. Dabei bewies sich Hahn als Jünger (oder Älter?) von Salchow und bestritt wie er die Spielvorbereitung mit einer Dose Monster Energy intus, um die Müdigkeit nach einem üppigen Mittagsmahl zu bekämpfen. Diesesmal hatten sich 80 Schaulustige auf der Ranch eingefunden, um den Spektakel beizuwohnen, dass sich vor ihren Augen offenbaren sollte.


Der NSV startete offensiv bemüht und defensiv etwas wackelig in die Partie. Bereits früh ergaben sich für Lode zwei ausgezeichnete Möglichkeiten auf den ersten Treffer. Nach starkem Pressing und einer Balleroberung sowie Vorlage von Spielmacher Dombrowski traf er jedoch nur den Pfosten. Wenig später schaffte er es tatsächlich, die Kugel aus sehr wenigen Metern Torentfernung mit einem fast unmöglichen Anstieg von gefühlt 180 Grad doch noch über das Tor zu bolzen. Brüel hatte hingegen vorne etwas mehr Glück. In der 16. Minute drosch Krug die Kugel volley aus der Distanz aufs Tor. Noch abgefälscht drehte sich das Spielgerät genau am chancenlosen Burghardt vorbei, der auch heute wieder Krake Rusch vertrat.



Nach diesem frühen Gegentreffer schüttelten sich die Schweriner kurz und gingen anschließend auf die Jagd auf den Ausgleichstreffer, der nicht lange auf sich warten sollte. Einen schlecht geklärten Ball platzierte Student Zengel gekonnt im Eck von Torwart Albrecht und hatte Glück, dass der sich dort befindende Dombrowski wie ein junges Reh noch über die Knitte gehüpft war. Damit schloss der Torschütze auch in der internen Torjägerstatistik zu seinem Spielmacher auf, der ohnehin zu Brüel ein gemischtes Verhältnis hat. Der Gastgeber war jetzt im Spiel angekommen und wollte den schnellen zweiten Treffer. Dies gelang Lode nur sechzig Sekunden später, als er sich endlich belohnte und den Ball ins leere Tor abstaubte. Hierbei hatte er eine ganze Menge Glück, da vorher Albrecht seinen Verteidiger von hinten umgeräumt hatte. So konnte keiner der beiden Gegenspieler den eigentlich ungefährlichen Ball bereinigen und Lode den Nutznießer spielen. Das Ergebnis war damit aus Neumühler Sicht korrigiert. Man spielte sich nun in einen regelrechten Rausch und blieb offensiv brandgefährlich. Nach nur vier weiteren Minuten luppte Dombrowski genau in den Lauf der Wade der Nation Schöwe, welcher vor Albrecht am Ball war und dann von diesem unsanft von den Beinen geholt wurde. Für Schiedsrichter Schmidt gab es nur eine Entscheidung, die Elfmeter lautete. Kapitän Schrotti blieb eiskalt und ließ den Ball gewohnt lässig über die Linie hüppeln, womit es jetzt 3:1 stand.


Doch diese furiose Phase des Vizemeisters war noch nicht vorbei, wieder brauchte es nur vier Zeigerumdrehungen bis zum nächsten Treffer. Wieder war es Zengel, der einen ungünstig geklärten Ball im gegnerischen Tor versenkte und Dombrowski damit einen Schauer über den Rücken jagte, weil beide nun nach Toren gleichauf lagen. In der 44. Minute schlug der Neumühler Ballmagier jedoch zurück, als er Albrecht überwand und auf 5:1 erhöhte. Erleichterung stand ihm ins Gesicht geschrieben, die er so vermutlich noch nie gefühlt hatte. Höchstens bei dem Gedanken, nicht mit Grap gemeinsam duschen zu müssen, empfand der junge Mittelmann etwas Ähnliches.


So ging es mit einem komfortablen Vier-Tore-Vorsprung in die Kabine, den man sich mehr als verdient hatte und der sogar noch höher lauten müsste, wenn man sich die vergebenen Chancen des ersten Durchgangs anschaute. Für mehr Effizienz brachte Baruschke nun Wende für Schöwe in die Partie, dem noch die Radtour über 600 Kilometer (warum fährt er das nicht einfach mit Auto??!!) in den Knochen hingen. Ganz im Gegensatz zu Dampfwalze Bebernitz, der frisch und glasig schaute wie eh und je.


Toretechnisch war der Start in Halbzeit eher verhalten, weshalb der Coach mit Nittke und Hampusch für Hahn und Hampusch in der 58. Minute frisches Blut auf den Rasen brachte. Dies hatte gleich Erfolg, den in der 61. Minute trat C. Schröder zum Freistoß an. Eigentlich als Mann für phänomenale Flankenbälle bekannt, schoss er nun aber in bester Jaun-Arango-Manier selber unter der Mauer hindurch ins rechte Eck hinein. Vorher hatte er mit der Körperhaltung eines betagten Mannes am FKK-Strand die Schwachstelle der Mauer studiert und den Weg des Balles exakt berechnet. Nach fünf weiteren Minuten erhöhte erneut Lode auf 6:1, als er wuchtig abschloss und seinen ersten Doppelpack erzielte, was ihm nach seinem ersten Startelfeinsatz gleich die zweite Kiste des Tages bescherte. Bei den Zuschauern begeisterte Ex-Spieler Boller mit seinem pädagogisch wertvollen Umgang mit dem Nachwuchs, der Hoffmann gleich ein Jucken in der Leiste bescherte mit dem Wunsch, es ebenfalls genauso gut zu machen.


Das Spiel war nun endgültig entschieden, weshalb Baruschke auch ohne schlechtes Gewissen Grap für Salchow ins Spiel bringen konnte. Zwischen jenem Neumühler Urgestein und Schlussmann Albrecht entstand in der Folge ein wahres Privatduell, was der Brüeler Torwart mit mehreren Glanzparaden eindeutig für sich entschied und selbst einen Sonntagsschuss aus seinem Winkel fischte. Dass ebenfalls Pohl für Lode den Platz betreten hatte, geriet dabei fast zur Randnotiz. Auch der Rest des Teams hatte noch nicht genug und drängte auf den nächsten Treffer, wobei man das Verteidigen kurz außer Acht ließ und durch Barczewski das 7:2 hinnehmen musste, als er nach einem langen Ball Burghardt umkurvte und ins leere Tor einschob. Ansonsten kam von den Gästen nicht viel, was auch an einer größtenteils konzentrierten Defensivleistung lag, in der Bebernitz mit Zweikampfführung wie Sergio Ramos in Bestform herausstach. Kurz vor Schluss ergab sich für Grap die letzte Chance auf seinen Treffer, den er sich auch redlich verdient hätte. Doch Hampusch hatte genug von den vergebenen Großchancen seiner Mitspieler und schnappte Grap den Abstauber vor der Nase weg. Dieses 8:2 sollte das letzte Tor des Tages markieren, kurz darauf waren Spiel und Saison für den Neumühler SV vorbei.


Die Spielzeit 25/26 endet mit einem souveränen Kantersieg, der eigentlich deutlich höher hätte ausfallen können. Vom unglücklichen Rückstand ließ man sich nicht verunsichern und konnte seiner Favoritenrolle in diesem Spiel mehr als gerecht werden. Schlussendlich beendet man die Spielzeit als Tabellenzweiter mit neun Punkten Vorsprung auf den dritten aus Gostorf. Mit 88 Toren teilt man sich mit dem Lokalrivalen Burgsee Verein Schwerin den zweitbesten Wert der Liga und auch bei den kassierten Gegentoren rangiert man auf Platz Zwei. In beiden Kategorien führt der unangefochtene Meister von der SG Schlagsdorf/Mustin, dem man aber als einziges Team einen Punkt abringen konnte. Die wichtigste Frage dieses Spieltages war auch geklärt, Dombrowski behauptete sich knapp vor Zengel auf der Spitzenposition der Torjäger mit 12 Toren, dahinter landete neben jenem Mann, der von der Innenverteidigung bis zur Sturmspitze alle zentralen Positionen spielen kann, auch Flügelflitzer Hoffmann, der heute gelbgesperrt außen bleiben musste. Lode schob sich durch seinen Doppelpack noch an Koffein-Kevin vorbei, dem sämtliche Kapseln dieser Welt nicht zu einem Torerfolg verholfen hatten.


Den Aufstieg feierte man mit extra dafür angefertigten Aufstiegs-T-Shirts, auf denen auch der Neumühler Wasserturm zu sehen war, wie ein euphorischer Fan begeistert feststellte. Nach einem letzten Gang zu den Fans konnten die noch etwas verhaltenen Feierlichkeiten beginnen, schließlich spielte man am Sonntag und am Montag müssen wir alle wieder arbeiten! (Bis auf Urlauber R. Holst vielleicht)


NSV spielte mit: Burghardt – Hahn (58. Nittke), T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz, Zengel, Schöwe (45. Wende) – R. Holst (58. Hampusch), Dombrowski, Salchow (65. Grap) – Lode (65. Pohl)


Ebenfalls im Kader: Rusch

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3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
27. August 2026
Der NSV ist wieder da! Mit dieser freudigen Nachricht startete der erste Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM, der für den Aufsteiger aus Schwerin direkt eine schwere Aufgabe hatte: Am Freitagabend reiste man nach Holthusen, um sich mit dem Drittplatzierten der letzten beiden Spielzeiten zu messen. Dieser hatte sich namenhaft verstärkt, mit Hasselmann kehrte der Mittelfeldmotor nach seinem einjährigen Ausflug zum MSV Pampow zurück und brachte den 21 Jahre jüngeren Torwart Facklam mit, beide standen in der ersten Elf. Beim Neumühler SV rückten ebenfalls zwei Neuzugänge in die Startaufstellung, Genkel begann in der Innenverteidigung und Boller auf Linksaußen. Coach Baruschke formierte seine Mannschaft wie schon im letzten Test in einem 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, mit dem man den spielstarken Gegner in seiner Offensivqualität Einhalt gebieten wollte, um dann über schnelle Konter gefährlich zu werden. Etwas Überraschend begann Dampfwalze Bebernitz dabei nicht links hinten, sondern auf der rechten Offensivseite. Hoffmann musste dafür auf der etwas unbeliebten Mittelstürmer-Postion ran, dahinter sollten Schöwe, Dombrowski und Leipold das Zentrum dichthalten. Vor den Anpfiff gab es für NSV-Urgesteine noch eine schöne Überraschung, Steve Doebler, vor einigen Jahren noch unter dem Namen Athmani für den NSV aktiv, besuchte sein ehemaliges Team bei einem Heimaturlaub. Captain Schrotti schwörte im Mannschaftskreis seine Truppe auf die bevorstehenden 90 Minuten ein, der Schlachtruf hallte wie ein Donnerschlag durch das beschauliche Dörfchen bis an die Scheiben des örtlichen Philipps-Marktes. Vor 96 interessierten Zuschauern eröffnete der Unparteiische Gniefke die Partie. Von Anfang an zeigte sich, dass die beginnende Saison eine deutlich größere Herausforderung sein würde als noch die vorherige in der Kreisliga. Der Gastgeber bestimmte das Spiel von Anfang an und hatte schnell eine erste Chance auf das 1:0, vergab diese jedoch. Das Aufbauspiel der Gäste wurde früh durch ein organisiertes Pressing gestört, sodass kaum gefährlich nach vorne kamen. Meistens nutzte man hierfür schnelles Umschalten nach Ballgewinnen, Dombrowski zielte jedoch knapp vorbei und Hoffmann schoss zweimal nach langen Bällen an Facklams Gehäuse vorbei. Auf der anderen Seite stand die Defensive unter permanenten Dauerstress und musste mehrmals in letzter Sekunde blocken oder hatte Glück, dass die gegnerischen Stürmers zu ungenau zielten. Der spielstarke Gastgeber zwang das Mittelfeld des NSV zu einer massiven Laufleistung, um die ständig rotierenden Spieler zumindest halbwegs zu decken. Nach 25 Minuten fand ein perfekter Chip-Ball den freien Baumann, der die Kugel perfekt ansaugte und Schlussmann Rusch keine Chance ließ. Somit lag der Favorit verdient in Führung. Anschließend hatte sich der Gast halbwegs an die neue Gangart gewöhnt und konnte nun besser mithalten. Das Verteidigen gelang effizienter, nach vorne passte aber nach wie vor wenig zusammen. In der Halbzeit zeigte sich Baruschke daher nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams und wollte nun ein höheres Anlaufen seiner Mannschaft sehen, um das kontrollierte sowie gefährliche Aufbauspiel zu unterbinden. Dieser Plan sollte sich als ausschlaggebend für die phänomenale Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang herausstellen. Das Team zeigte eine neue Überzeugung, das Spiel doch noch zu drehen. Holthusen hatte nun Probleme beim Aufziehen ihres Spieles, Neumühle zeigte sich defensiv griffiger, konnte aber offensiv nach wie vor kaum in Erscheinung treten. In der 54. Minute zeigte Dombrowski seine gefürchtete Kombination aus Flanke und Torschuss, nach der er hörbar umgesenst wurde. Gniefke zeigte sehr zum Ärger des Heimteams auf den Punkt, eine strittige Entscheidung. Boller nahm sich der Sache an und drosch die Kugel in die Tormitte, während Facklam zur Seite hechtete. Der nicht unverdiente Ausgleich in einer nun offeneren Partie. Holthusen antwortete mit verstärktem Drang auf die erneute Führung und kam jetzt wieder gefährlicher vor Ruschs Kasten. Dieser tauchte bei einem platzierten Fernschuss aber ab wie ein U-Boot und lenkte die Kugel stark um seinen Pfosten. Ansonsten überraschte der SFV mit überraschenden Fitnessproblemen, bereits kurz nach dem Wiederanpfiff sackte der erste Spieler mit einem Krampf zusammen, dem im weiteren Spielverlauf noch zwei weitere Mannschaftskollegen folgten. In der 66. Minute gelangte Holthusen über links in den Strafraum, Hahn konnte nicht entscheidend stören. Genkels Befreiungsschlag misslang, wodurch Qualmann an die Kugel kam. Den heranrauschenden Schöwe ließ er links liegen wie nasse Zeitung auf dem Bürgersteig und überwand Rusch aus kurzer Distanz. Baruschke reagierte auf den erneuten Rückstand mit einem Doppelwechsel. Salchow und Neuzugang Entelmann kamen für Bebernitz und Leipold. Beide sollten sich sofort aktiv ins Spielgeschehen einbringen. Entelmann, den alle von nun an nur noch „Muddi“ nennen, begeisterte mit Ballsicherheit und klugen Pässen, Salchow pflückte auf der rechten Seite hoch und runter, als würde er im angrenzenden Schorchs Garten ein Praktikum machen. Kurz darauf bekam der NSV einen Freistoß von der rechten Seite zugesprochen. Dombrowski schnappte sich den Ball nahe der Auslinie und zirkelte ihn mit seinem gefährlichen linken Fuß zum Tor. In der Mitte hoppelte er jedoch an Freund und Feind vorbei, Hahn versuchte sich noch an einem lässigen Hackentrick, kam aber nicht ran. Zur allgemeinen Überraschung fand die Knitte aber seinen Weg in die lange Ecke, womit es wieder Unentschieden stand. Der Spielverlauf war jetzt wie die zweite Halbzeit ausgeglichen, auch wenn der Favorit immer noch die besseren Chancen hatte. Der nimmermüde Hasselmann lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus und wurde immer wieder mit seinen Abschlüssen gefährlich. Einmal rettete die Latte für den NSV, einen Freistoß fischte Rusch gekonnte aus seinem Torwarteck. Für die letzten zehn Minuten brachte Baruschke nun Pohl für Hoffmann. Der Joker überzeugte als raubeiniger Kampfzwerg, der jeden Zweikampf führte, als könnte er noch mehr Urlaubstage für sich rausschlagen. Drei Minuten vor Schluss spielte Muddi einen starken Außenmauken-Pass auf den nimmermüden Sprinter Boller, der im Sechzehner knapp vor Facklam an den Ball kam und anschließend von ihm umgesenst wurde. Dieses Mal war der Elferpfiff unstrittig, für Neumühle ergab sich die etwas unverhoffte Chance auf die späte Führung. Dem Gefoulten war dies anscheinend zu viel Druck, er ließ jetzt Captain Schrotti antreten. Der Spielführer machte es gewohnt souverän und verlud den Torwart. Sein unnachahmlicher Jubellauf führte ihn in die Arme von Teammanager Kojetin, wo ihn auch der Rest der Mannschaft einholte. Holthusen reagierte mit einer wütenden Schlussoffensive, Gniefke zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, die er aber noch etwas verlängerte. Vermutlich war er begeistert von dieser mitreißenden Partie, die die Zuschauer gut unterhalten konnte. Der Gastgeber versuchte alles, um noch auszugleichen, scheiterte aber an den aufopfernden Verteidigern der Schweriner. So beendete der Schiedsrichter die Partie und ließ den NSV feiern. Die neue Saison beginnt nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern einer ganzen Ouvertüre. Nach anfänglichen Problemen und verdientem Rückstand steigerte man sich immer weiter im Verlauf des Spiels, gekrönt von einer sensationellen zweiten Halbzeit, in der man mit dem Spitzenteam durchaus mithalten konnte. Defensiv stand man stabiler und konnte sich auf einen gut aufgelegten Rusch verlassen, der während des Spiels noch mit einem unorthodoxen Dribbling begeisterte. Nichtsdestotrotz hatte man eine gewisse Portion Spielglück, dass der Gegner seine Chancen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nutzte und man mit zwei Elfern und einem Hüppelball dreimal treffen konnte. Dies störte dennoch die losgelöste Stimmung des Aufsteigers nicht. Die Zunge von B. Schröder befand sich vor Glück permanent außerhalb seines Mundes, so als würde er sich an einem imaginären Eis (oder jemand/etwas anderen) erfreuen. Haudegen Hahn herzte überschwänglich seine Kumpanen und ließ Trainer Schaar kurz vor dessen Urlaub seinen glücklichsten Moment seit Langem erleben, während er innig mit ihm jubelte. Somit kann man direkt zu Beginn der neuen Spielzeit ein wahres Erfolgserlebnis feiern, mit dem vor Anpfiff wohl die wenigsten gerechnet hätten. Wichtig ist es nun, den Fokus auf das nächste Duell zu richten, wenn man sich mit dem Neuburger SV auf der heimischen Ranch misst. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, Zengel, C. Schröder (C) - Leipold (69. Entelmann), Schöwe, Dombrowski - Bebernitz (69. Salchow), Hoffmann (81. Pohl), Boller Ebenfalls im Kader: Grap, B. Schröder, Ludwigs
24. Juni 2026
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