Willkommen beim Neumühler SV

27. Oktober 2026
Im Achtelfinale des Kreispokals SN-NWM wartete auf den Neumühler SV ein weiteres Team aus der Kreisliga. Der SC Ostseebad Boltenhagen hatte sich mit einem 6:1-Erfolg gegen SV Dassow 24 für die Runde der letzten 16 qualifiziert, womit die Schweriner nach dem 8:2 über Dynamo Wismar erneut als Favorit in das K.O.-Spiel gingen. In der Liga hatte man zuvor das Spitzenspiel gegen den Brüeler SV mit 4:5 verloren, wobei man auf Augenhöhe agierte und mehrfach an einem phänomenalen Schlussmann in Person von Görtemöller verzweifelte. Co-Trainer Schaar versuchte prompt, diesen abzuwerben, was der Man of the Match aber dankend ablehnte. Nach diesem Dämpfer kam der Wettbewerbswechsel recht gelegen, um für die zweite Hälfte der Hinrunde frischen Wind mitzunehmen. Wind war an diesem Pokalnachmittag auch ein gutes Stichwort, denn es blies ein raues Lüftchen quer über Kunstrasenplatz der Gastgeber aus Boltenhagen. Der Kader von Coach Baruschke verzeichnete einige Ausfälle, Comebacks und Aushilfen. Oktopus Rusch hatte sich im Training verletzt und fehlte ebenso wie beispielsweise Abräumer Schöwe, der seinen dauerkaputten Fuß schonte, und Kapitän Schrotti. Zwischen die Pfosten rückte aber nicht wie erwartet Ausbilder Schröder oder das neu entdeckte Torwarttalent Jane Dombrowski, sondern es kam zu Comeback der Dekade, das noch mehr Wellen schlug als die Rückkehr von CM Punk oder Edge in den Wrestling-Ring. Burghardt, seines Zeichens ehemaliger Schlussmann des NSV im Vorruhestand mit zarten 20 Jahren, erbarmte sich dem Flehen und Betteln von Assistent Münchow und kehrte zurück ins Tor seines Lieblingsvereines. Über seinen Coup freute sich Münchow so sehr, dass er vor dem Spiel doch glatt Koffein-Kevin die Monster-Energy-Dose klaute und selbst konsumierte. In der Verteidigung musste das Diebstahl-Opfer auf seiner verschmähten Linksverteidiger-Position aushelfen, die Abwehr ergänzten die Raubeine B. Schröder, Genkel und Hahn. Student Zengel, der heute die Kapitänsbinde tragen durfte, sollte hinter Zauberer Dombrowski und Ludwigs im Mittelfeld abräumen. Im Angriff starteten wie gewohnt Entelmann und der Boller-Wagen, die von Hoffmann unterstützt wurden. Auf der Bank feierte Lode nach überstandener Verletzung seine erste Kadernominierung. Neben ihm saßen Penny-Lenni und Veteran Schmidt, der eigentliche Spieler der Alten Herren half netterweise aus. Lässig hörte er sich in Unterhose und Badelatschen die Kabinenansprache (oder eher Duschansprache) des Trainergespanns an und farmte dabei massig Aura, um sich danach selbstbewusst die Nummer 10 zu schnappen. Trotz der widrigen Wetterbedingungen hatten sich immerhin 45 Zuschauer eingefunden, um dem Spiel beizuwohnen. Tietze-Böhm übernahm die Leitung der Begegnung, die als einziges Achtelfinale keine Linienrichter (oder wie Sportlehrer Lode sagen würde: Seiten-Richter außen) aufwies. Bereits nach wenigen Sekunden zeigte sich, wie das Spiel laufen sollte. Linksaußen Boller tauchte unmittelbar nach dem Anpfiff in gefährlicher Position im Strafraum auf, sein Querpass wurde gerade noch geklärt. Der Neumühler SV drückte die Gastgeber tief in die eigene Hälfte, sodass sogar deren Starstürmer Fink zum Verteidigen gezwungen wurde. Mal wieder zeigten die Gäste aber große Probleme mit der Effizienz. Entelmann köpfte zweimal aus bester Position vorbei und schaffte es dabei nicht, die Kugel aus minimaler Distanz in leere Tor zu stupsen. DJane Dombrowski, erneut Treibfeder eines Teams, war überall zu finden und bereitete perfekt für Ludwigs vor, dessen platzierten Schuss aber vom stark reagierenden Schramek aus dem Eck gefischt wurde. Er hielt auch gekonnt gegen Entelmann, der ihn im kurzen Eck überwinden wollte. Trotz der vielen Chancen war das Offensivspiel des NSV recht behäbig und von Fehlern geprägt. Dennoch dominierte man den Gegner, der offensiv nur auf lange Bälle hoffte. Das Glatzen-Gespann Genkel/Schröder war jedoch stets zur Stelle, sodass hier keine echte Gefahr von Burghardt entstand. Nur einmal zischte ein Schuss ans Außennetz seines Gehäuses, ansonsten erlebte er einen recht ereignisarmen Tag. Boltenhagen versuchte, defensiv mit harter Zweikampfführung zurückzuschlagen und langte beherzt zu wie einst Jumbo Schreiner bei Galileo. Abschrecken ließ sich der NSV aber nicht und drückte stetig auf die Führung, noch aber ohne Erfolg. Häufig probierte man es mit Distanzschüssen, die aber mehr streuten als ein Hausmeister im Winter und daher keine echte Gefahr entwickelten. Somit ging es mit einem 0:0 in die Pause, das dem Heimteam bedeutend mehr zusagte als den Schwerinern. Hier zeigte sich Baruschke, der sich beinahe selbst auf den Spielbogen geschrieben hätte, zuversichtlich, im zweiten Durchgang das Spiel zu entscheiden, zumal der Gegner nicht wirklich mithalten konnte. Daher schickte er die gleiche Elf wieder zurück aufs Feld. Dieses Mal machten es die Gäste besser und konnten früh den ersten Treffer des Spiels erzielen. Nach einem schönen Spielzug über links spielte Salchow in die Mitte, wo der freie Boller-Wagen das Spielgerät irgendwie an Schramek vorbeieumelte. Das erlösende Tor, das etwas Ruhe in die Begegnung brachte, sollte lange das einzige bleiben. Zwar gab es erneut genug Möglichkeiten, aber man scheiterte wieder am gut aufgelegten Schramek, seiner Latte oder sich selbst. Zum Problem wurde nun auch der Wind, der viele Freistöße und Flanken direkt in die Arme des Keepers trieb. Boltenhagen blieb seiner Taktik treu, mauerte und schlug lange Bälle, hatte damit aber nach wie vor keinen Erfolg. Baruschke brachte in der 64. Minute mit Schmidt mehr Erfahrung für den heute glücklosen Entelmann. Der Joker bereicherte das Spiel mit seiner unnachahmlichen Ruhe und Übersicht, womit er einige gute Angriffe einleitete. Neun Minuten später kamen auch Lankow-Locals-Leader L. Holst und Sportlehrer Lode rein, sie ersetzten Ludwigs und Hahn, letzteres hatte unmittelbar zuvor noch ein eindrucksvolles Luftloch geschlagen. Salchow rückte nun rechts in die Kette, Holst verteidigte links. Lode ersetzte Ludwigs positionsgetreu. Beide machten ihre Sache souverän und wurden kurz vor Schluss Zeuge der Entscheidung, als Boller-Wagen erneut zündete. Eine Flanke von rechtes kontrollierte er in der Luft und drosch sie nicht unhaltbar auf Tor, doch Schramek flutschte sie durch die Finger und über die Linie. Danach wurde es etwas hitzig auf dem Platz, was sogar Djane Dombrowski und den sonst in sich ruhenden Tietze-Böhm aus der Reserve lockte. Nach einem kurzen Klärungsgespräch mit beiden Kapitänen ging es aber weiter. Danach passierte nichts mehr, womit der Kreisoberligist als Gewinner feststand. In einer einseitigen Partie wurde der Neumühler SV somit seinem Favoritenstatus mehr als gerecht. Man dominierte den Kreisligisten und kam zu vielen Möglichkeiten, nutzte aber viel zu wenig davon und hatte wie zuletzt Probleme mit der Chancenverwertung, als man in der Liga gegen Brüel verlor. Dennoch erreichte man ungefährdet das Viertelfinale des Kreispokals. Der Gegner schlug sich defensiv wacker und hielt mit allem dagegen, konnte offensiv aber keinerlei Durchschlagskraft entwickeln. In der nächsten Runde trifft man nun auf den SFV Holthusen, der sich in einem echten Krimi in der 98. Minute in die Verlängerung rettete und dort das bessere Ende gegen den Mecklenburger SV hatte. Nach der 3:2-Heimniederlage zum Saisonauftakt hat der Kontrahent auch noch ein Hühnchen mit den Schwerinern zu rupfen, für die es zuvor in der Liga weitergeht. Nach der anspruchsvollen ersten Saisonhälfte, in der man außer Roggendorf alle Teams der oberen Tabellenhälfte abgearbeitet hat, stehen nun die schwierigen Spiele gegen Lübstorf, Brüsewitz und Wismar an. In den weiteren Pokalspielen siegten die restlichen Kreisoberliga-Teams gegen meist unterklassige Teams. Lübstorf und Neuburg sorgten jedoch in ihren ligainternen Duellen für Überraschungen, indem sie Neukloster und den Tabellenführer aus Selmsdorf rauswarfen. Ergänzt wird die Runde der letzten Acht durch Burgsee Verein Schwerin, der mit einem starken Kader und als souveräner Anführer der Kreisliga eventuell im Halbfinale auf den Neumühler SV warten würde, sofern er sich gegen den MSV Lübstorf durchsetzen kann. Auf der anderen Seite des Turnierbaums duellieren sich Brüel und die SG Schlagsdorf/Mustin sowie Neuburg und Dynamo Schwerin II, welche SV Schiffahrt und Hafen Wismar mit 7:5 besiegten. NSV spielte mit: Burghardt – Hahn (73. L. Holst), Genkel, B. Schröder, Salchow – Ludwigs (73. Lode), Zengel, Dombrowski – Hoffmann, Entelmann (64. Schmidt), Boller

20. Oktober 2026
Mit dem 8:0-Heimsieg gegen die SG Schlagsdorf/Mustin hatte der Neumühler SV frischen Wind für das Duell mit dem Lokalrivalen Dynamo Wismar II mitgenommen und hoffte auf eine Fortsetzung des bisher positiven Saisonverlaufs. Anhand der Tabelle war die Favoritenrolle schnell geklärt. Der Aufsteiger von der Ranch belegte mit 12 Punkten Platz Vier, während der Gastgeber bisher nur einmal gewinnen konnte und im Tabellenkeller festhing. Coach Baruschke musste ordentlich die Rotationsmaschine anschmeißen, denn aus der letzten Startelf fehlten einige Spieler. Zeitgleich kehrten aber auch altbekannte Gesichter zurück auf den Spielbogen. Vor allem mit Geschwistern wurde wild gefeilscht. Hinten rechts ersetzte P. Sulkowski seinen jüngeren Brüder, der lädierte Lankow-Locals-Leader Lenny stand anstelle von Ich-und-mein-R. Holst im Kader. Außerdem hatte Abräumer Hahn frisch von den Magdeburger Wiesn und seelisch gereinigt durch Mickie Krause den Weg in die Wolf-Systeme-Arena gefunden. Nach erfolgreich ausgerichteten Festival war auch Genkel wieder am Start. Besonders war die Partie auch für die beiden ehemaligen Spieler der Zweitvertretung des Verbandsligisten. Toptorjäger Entelmann, mittlerweile bereits so berühmt-berüchtigt wie Cat in the hat in der Schweriner Umgebung, und Boller verbrachten die letzte Saison am falschen Ende der Stadt. Die zwei zeigten sich hochmotiviert und analysierten akribisch das Personal des Gegners, bei dem sich zur allgemeinen Beruhigung keiner aus der ersten Mannschaft zeigte. Interessant wurde es im Mittelfeld, wo Schöwe und Hahn die Doppelsechs bildeten. Dies führte zu dem einmaligen Umstand, dass Hahn beim Fünf-gegen-Fünf in Team Offensive spielte. 80 Zuschauer waren eingekehrt, um bei Sturm und teilweise Regen diesem Spiel beizuwohnen. Geleitet wurde das Spiel von Schiedsrichter Wirth, der den NSV bereits in Selmsdorf gepfiffen hatte. Bereits von Anfang zeigte sich, dass es kein leichtes Spiel werden sollte. Mit dem kräftigen Gegenwind im Gesicht fiel es Neumühle schwer, den Ball produktiv zu bewegen. Dynamo stand tief und lauerte auf Konter über hohe Bälle, die durch die Böen überaus gefährlich wurden. Viel spielte sich im Mittelfeld ab. Nach einer Viertelstunde war es der Underdog, der als Erstes ins Netz traf. Im Strafraum bekam Gerhardt den Ball in rechter Position und zog ab. Der flache und platzierte Schuss zischte über den Rasen und schlug knapp hinter dem langen Pfosten ein, Hexer Rusch war chancenlos bei diesem Führungstreffer, der etwas aus dem Nichts kam. Danach passierte lange Zeit kaum noch etwas Erwähnenswertes. Bis auf ein paar gelbe Karten musste Wirth nichts weiter notieren. Einen Schreckmoment gab es, als Dynamos Schugens mit Ausbilder Schröder kollidierte und behandelt werden musste. Kurz sah es nach einer schlimmeren Verletzung aus, am Ende konnte er immerhin das Feld auf eigenen Füßen verlassen und sein Team anfeuern. Für ihn kam Dudaev ins Spiel, der in der Saison mit einem Viererpack bereits auf sich aufmerksam gemacht hatte. Kurz vor der Halbzeit gab es einen Aufreger, als der Boller-Wagen gegen seinen Ex-Klub durch war und von Schlussmann Bley außerhalb des Strafraums umgesenst wurde. Da noch zwei Verteidiger in der Nähe waren, ging die folgende gelbe Karte in Ordnung, auch wenn die Neumühler Bank gerne einen Platzverweis gesehen hätte. Den anschließenden Freistoß drosch Boller wie gewohnt mit Mach Sechs ins Torwarteck, wo ihn Bley gekonnt um den Pfosten lenkte. Diese Aktion stellte den ersten echten Abschluss für die Angereisten dar, die sich mit dem großen Platz und dem aggressiven Auftreten der Gegner schwertaten. Viele Flugbälle endeten im Nichts. Im Spiel nach vorne stimmte die Positionierung nicht und defensiv war man anfälliger als ein Lehrer für Burnout. Somit ging es mit einem nicht unverdienten 0:1-Rückstand in die Pause. Dort zeigte sich Baruschke trotz des bisher dürftigen Auftrittes seines Mannschaft noch optimistisch, das Spiel noch drehen zu können. Wechsel nahm er vorerst nicht vor und traute dem Team zu, mit Rückenwind und etwas anderer Taktik noch zu gewinnen. Die zweiten 45 Minuten begannen mit neuem Elan des Neumühler SV. Durch den nun günstigen Rückenwind konnte der Kontrahent seine langen Bälle nicht mehr so effizient spielen, man kam schneller wieder in Ballbesitz und schnürte Dynamo ein. Doch immer noch tat man sich mit dem Erspielen echter Chancen schwer. Selbst als Bley mithalf und bei einem eigentlich ungefährlichen Kullerball in seinem Sechzehner pennte, kam er doch noch schnell genug an den Ball, um ihn vor dem bereits geiernden Boller zu klären. Da erkannte Abräumer Hahn, dass sein Team frisches Blut benötigte. Seinen räudigen Kadaver schleppte er zur Bank und wurde ersetzt durch Ludwigs, der in Minute 64 das Feld betrat. Prompt schien die Mannschaft befreit von einer Last und erzielte den Ausgleich. Unmittelbar nach der Auswechslung gab es eine Ecke, die noch geklärt wurde. Den zweiten Anlauf schnippelte Dombrowski in die Box auf den freien Entelmann. Dieser verlängerte das Spielgerät gekonnt per seitlich hinplumpsenden Bauchklatscherkopfball, der Grap vor Neid erblassen ließ. Bley rutschte der Ball zwischen den Beinen durch, das Derby war wieder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. Durch den Ausgleich beflügelt drückten die Gäste nun auf die Führung, aber das Offensivspiel lahmte auch nach der Hereinnahme von Allstar Grap immer noch. Auch mit Dombrowski als zentralem Spielgestalter hinter der Doppelspitze Ludwigs/Grap hinkte der Angriff wie ein gichtkranker Pirat mit Holzbein. Die beste Chance vergab Grap, als ihm nach einer Ecke und eines Griff ins Leere des sonst so sicheren Bleys der Ball unvorbereitet auf die Platte fiel. Sein zufälliger Kopfball wurde aber noch vor der Linie geklärt. Auf der Gegenseite wurde Dynamo in der Schlussviertelstunde plötzlich offensiv aktiv und vergab zwei Riesenchancen auf die erneute Führung. Erst wurde Rusch überlupft und hatte Glück, dass der frei vor ihm stehende Stürmer das Tor verfehlte. Kurz darauf schaffte es doch tatsächlich ein Spieler, die Kugel alleine vor dem Neumühler Schlussmann so schlecht anzunehmen, dass sie in die Tentakeln des Adlers Rusch hüpften wie Entlein in die Hände von Disney-Prinzessinnen. Ansonsten wäre hier aus vier Metern Torentfernung wohl das 2:1 gefallen. Und so schlug in der 89. Minute die Stunde von Dombrowski. Aus großer Distanz zog er ab und scheuerte einen faszinierenden Flatterball auf das feindliche Gehäuse. Den wild in der Luft zappelnden Ball konnte Bley nicht abwehren, der NSV hatte das umkämpfte Derby gedreht. Zu diesem Moment spielte man seit fast zehn Minuten in einer kaum bemerkbaren Überzahl, nachdem ein Verteidiger des Heimteams längst überfällig des Feldes verwiesen wurde. Dynamo blies anschließend zur Schlussoffensive und erspielte sich mehrere aussichtsreiche Situationen, doch in den entscheidenden Momenten war immer ein Verteidigerbein eines gelb gekleideten Spielers dazwischen. Gerade Dudaev zeigte sich hier als permanenter Unruheherd, gegen den selbst das wilde Gestocher und Getrete von Kapitän Schrotti kaum half. Am Ende ging aber alles gut aus. So schaffte man es, den knappen Vorsprung mit viel Mühe über die Zeit zu bringen. Am Ende des Tages steht ein hart umkämpfter Derbysieg für den Neumühler SV. Nach einer dürftigen ersten Halbzeit steigerte man sich im zweiten Durchgang und konnte dabei auf den Rückenwind als zwölften Mann zählen. Somit geht man in einem Spiel, das eigentlich ein klassisches Unentschieden sein müsste, als Gewinner vom Platz und schafft es, Siege auch zu erzwingen. Dies zeigt eine wahrnehmbare Steigerung im Vergleich zur Niederlage gegen Klütz, die vom Spielverlauf ähnlich war. In der Tabelle ist man neben dem Brüeler SV der große Gewinner des Spieltages, da ansonsten alle anderen Teams aus der oberen Tabellenhälfte gegen Mannschaften von unten verloren. Der NSV steht damit auf dem zweiten Platz mit 15 Punkten und nur einem weniger als der Spitzenreiter aus Selmsdorf. Dahinter lauern Roggendorf und Brüel mit 14 Punkten. Die SG Schlagsdorf/Mustin hat ein Spiel weniger und könnte mit einem Sieg mit den Schwerinern gleichziehen. Holthusen, Neukloster und Neuburg vervollständigen die restlichen Plätze mit zweistelliger Punktzahl. Es bleibt also nach wie vor eng im Kampf um die Aufstiegsplätze. Wichtig für Coach Baruschke wird aber sein, dass man jetzt schon ein großes Polster auf die Abstiegsränge hat, wo Dynamo Schwerin II nach wie vor klebt. Als Nächstes empfängt man auf der heimischen Ranch den bereits angesprochenen Brüeler SV von Platz Vier. Es steht also das nächste Spitzenspiel für den Aufsteiger an, besonders gefährlich bei den Gästen zeigte sich Pöhle mit 10 Toren. Damit führt er die Torjägerliste zusammen mit Railian vom VFL Blau-Weiß Neukloster an, dahinter steht Entelmann mit 7 Treffern. Es stehen also alle Zeichen auf das nächste Fußballfest. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski, Genkel, B. Schröder, C. Schröder (C) - Hahn (64. Ludwigs), Schöwe - Bebernitz, Dombrowski, Boller - Entelmann (78. Grap) Ebenfalls im Kader: L. Holst

9. Oktober 2026
Nachdem bisher so erfolgreichen Saisonstart in die Kreisoberliga SN-NWM musste der Neumühler SV am fünften Spieltag den ersten Dämpfer hinnehmen: In einem schwachen Spiel verlor man kurz vor Schluss gegen den bis dahin sieglosen Gegner aus Klütz und ließ dabei vor allem die offensive Durchschlagskraft komplett vermissen, sodass am sechsten Spieltag eine deutliche Leistungssteigerung gefordert war. Der Kontrahent hätte mit der SG Schlagsdorf/Mustin kaum ein schwerer sein können. Als Mitaufsteiger und Meister der vorangegangenen Kreisliga-Saison mit nur einem nicht gewonnenen Spiel und zwölf Punkten aus fünf Spielen war der Feind eindrucksvoll gestartet und hatte dabei auch etablierte Teams wie Brüel geschlagen. Das Momentum lag somit eher beim Gast, der an die Ranch aber keine guten Erinnerungen hatte. Das einzige Unentschieden der vorherigen Saison musste dieser in Neumühle hinnehmen, als dem Hexer Rusch ihm sein Cappi zu Matchwinner wurde. Auch Coach Baruschke hatte sich einiges vorgenommen und wollte die Rakete starten lassen. Während seiner umfangreichen und eindrucksvollen Taktikansprache hingen sogar die Eltern der C-Jugend an seinen Lippen, die im Vereinsheim eigentlich nur Hot Dogs verkaufen wollten. Im Alten Rom wäre er wohl Redner geworden und hätte Cicero Konkurrenz gemacht. Rusch kehrte nach zwei Spielen Abwesenheit ins Tor zurück und auch in der restlichen Startaufstellung gab es einige Änderungen. T. Sulkowski war das erste Mal in der Saison am Start und musste in der Abwehr nach dem Rechten sehen, daneben rückte Student Zengel wieder in die Innenverteidigung. Handwerker Ich-und-mein-Holst feierte ebenfalls sein Debüt in der ersten Elf auf Rechtsaußen, wofür Hoffmann wieder zentral spielte. Vorne begann erneut Entelmann, der sich im Sturmzentrum festzuspielen scheint. Auch an diesem Tag war die Ranch gut besucht, sage und schreibe 9.033 Zuschauer sollen es laut fußball.de gewesen sein. Egal, wie viele es wirklich waren, alle Heimfans sollten nicht enttäuscht werden. Schon früh gab es das erste Highlight in der Partie. Nach einem langen Ball über rechts segelte der Ball von außen in die Mitte. Der bemitleidenswerte Zech fälschte die Kugel laut Bratwurst-Bube Hampusch mit dem Allerwertesten ins eigene Tor ab, sodass der vermeintliche Underdog früh in Führung ging. In Minute Neun erhöhte Entelmann auf 2:0, als er nach Vorlage von Hoffmann den gegnerischen Torwart Sakrzewski überlupfte. Der NSV zeigte wie schon in den vorherigen Heimspielen eine sensationelle Effizienz und hatte den Gegner gut im Griff, der bedient war wie ein Stammkunde in Bierzelt. Nach 25 Minuten stellte Dampfwalze Bebernitz auf 3:0, als er die Kugel in den rechten Knick legte. Zuvor hatte er durch gutes Nachsetzen den Ball erobert. Der Boller-Wagen legte kurz darauf nach, als bei ihm der Zug mal wieder keine Bremse hatte und er das Spielgerät ins Netz drosch. Danach gab es plötzlich einen Schreckmoment, als Entelmann sich das Knie verdrehte und mit Schmerzen bis zur Halbzeit durchspielen musste. Er und Boller vergaben weitere Chancen auf das fünfte Tor. Nach einer schnell ausgeführten Ecke und Flanke von Hoffmann knipste der angeschlagene Entelmann erneut, als er am langen Pfosten sein 99 Stellungsspiel bewies und einschob. Wenig später nach dem 5:0 war dann auch Halbzeit, Schiedsrichter Hintze gewährte beiden Teams eine Verschnaufspause von diesem wilden Ritt. Der Neumühler Angriff wirkte völlig losgelöst, während man sich hinten auf Rusch verlassen konnte. Der Schlussmann bewies erneut, dass er eine einmalige Kreuzung aus Adler und Oktopus darstellt, die seinen Kasten mit starken Paraden sauberhielt. Damit beantwortete er auch die Frage der Mountain Crew, wie viele Hände der Oktopus habe. An diesem Tag reichten zwei Stück aus, um die Schlagsdorfer zur Verzweiflung zu bringen. Baruschke brachte in der Unterbrechung Koffein-Kevin für den kaputten Entelmann, der mit einem Doppelpack seinen Job mehr als erfüllt hatte. Auch der Gast wechselte, um noch irgendwas Positives aus dem Spiel mitzunehmen. Die Begegnung war zwar schon vorentschieden, trotzdem machten beide Teams weiter und drängten auf Tore. Nach 54 Minuten schlängelte sich Hoffmann durch die Schlagsdorfer Abwehr und legte den Ball zielgenau neben den Pfosten zum 6:0, womit auch die letzten Zweifler beruhigt wurden. Zengel trug sich fünf Zeigerumdrehungen später ebenfalls in die Torschützenliste ein, als er nach Ecke den Ball über die Linie brachte. Dass er dabei wie sonst bei den Frauen drei Anläufe brauchte, zeigte die Zielstrebigkeit und Willenskraft des NSV, der den Sieg danach entspannt nach Hause bringen konnte. Der Rest der Partie plätscherte dahin wie Bier aus dem Zapfhahn, zum Schluss wurde es aber nochmal wunderschön. Nachdem Ausbilder Schröder und L. Holst für Schöwe und Bebernitz eingewechselt wurden, hatte Kapitän Schrotti mal wieder das letzte Wort. Erneut fiel er wie ein Aasgeier über die ausgelaugten und toten Reste des Gegners her. Aus großer Distanz flog sein Sonntagsschuss am Samstag in einer perfekten Bogenlampe über den verdutzten Torwart hinweg in die Maschen. Mal wieder ein Traumtor des Spielführers, der sein bereits viertes Saisontor erzielte. Im Anschluss an diesen Schlussknall fiel kein weiteres Tor mehr, sodass Hintze schließlich beim Stand von 8:0 das Spiel beendete. Neumühle feierte das nächste irrwitzige Spektakel auf der heimischen Ranch und steht nach drei Heimspielen nun bei unvorstellbaren 27 Toren. Damit überholt man die SG Schlagsdorf/Mustin und steht auf Platz Vier der Tabelle, in der man mit 31 Buden die meisten der gesamten Liga erzielt hat. Mehrere Spieler zeigten sich bereits äußerst treffsicher, ganz oben in der internen Torjägerliste steht aktuell Entelmann mit sechs Treffern, sehr zum Ärger von Kumpel Boller, der einmal weniger erfolgreich war. Nach sechs Spieltagen hat man bereits gegen vier der fünf anderen Mannschaften aus der Spitzengruppe gespielt und drei davon besiegt, nur gegen derzeitigen Tabellenführer aus Selmsdorf musste man sich hier geschlagen geben. So haben die Schweriner nicht nur Oben gute Laune, sondern auch die perfekte Ausgangsbasis für das folgende Derby gegen Dynamo Schwerin II, was ein stimmungsvolles Aufeinandertreffen verspricht. Gut gelaunt ging es für die Spieler dann zum Schweriner Oktoberfest, selten war die Ranch nach einem Heimsieg so schnell so leer wie an diesem Tag. NSV spielte mit: Rusch - T. Sulkowski, Zengel, C. Schrott (C), Bebernitz (77. L. Holst) - Schöwe (68. Schröder) - R. Holst, Hoffmann, Dombrowski, Boller - Entelmann (46. Salchow)

