Riesenschritt im Aufstiegskampf – Neumühle schlägt Gostorf im Rennen um Platz Zwei

18. Mai 2026

Riesenschritt im Aufstiegskampf – Neumühle schlägt Gostorf im Rennen um Platz Zwei

Alles war angerichtet für die vermeintlich entscheidende Begegnung der Saison 2025/26 der Kreisliga SN-NWM. Von Anfang an marschierte der Meister aus Mustin durch die Liga, sodass die echte Spannung im Treiben um den zweiten und Aufstiegsplatz lag. Nachdem in den letzten Wochen die ursprünglich fünf Bewerber nach und nach den Anschluss verloren, blieb nach dem Nichtantritt des Mecklenburger SV beim Meister in Schleswig-Holstein nur noch der Neumühler SV und der Gostorfer SV übrig. Beide Teams trennten nur zwei Punkte und am 19. Spieltag trafen sie nun aufeinander. Für die Gäste aus Schwerin bestand die Möglichkeit, mit einem Sieg auf fünf Punkte davonzuziehen und die Chancen auf den Aufstieg damit signifikant zu erhöhen. Der Gastgeber um Toptorjäger Jerome Brandt konnte mit einem Sieg wiederum auf Platz zwei springen und den Aufstieg in der eigenen Hand haben. Baruschke musste dafür jedoch auf mehrere Stammspieler verzichten, Kapitän Schrotti fehlte ebenso im Aufgebot wie Rechtsaußen R. Holst und die Sulkowski-Brüder in der Innenverteidigung und vorne.

Dafür hatten sich pünktlich zum Topspiel die Studenten der HdBA zurückgemeldet, sodass man den Kader äquivalent auffüllen konnte. Zwei davon schafften es gleich in die Startelf, Wende und Leipold besetzen die Position im Mittelsturm und auf der Zehn. Zengel und B-Schröder übernahmen die Innenverteidigung, Koffein-Kevin und Hoffmann stürmten über außen. Als dritter Wohnheimbewohner fand sich Felix Sperling auf der Bank. Abräumer Hahn freute sich über die neuen Mitspieler, hatte er sie Sperling und Leipold zuvor nur einmal beim Hinspiel gesehen, als der NSV in wahres Offensivfeuerwerk abfeuerte und auf der Ranch mit 8:2 über die Gostorfer hinwegfegte. Er selber war damals aufgrund einer Verletzung zum Zuschauen verdammt gewesen, heute konnte er seine Vaterplauze über den mit Löwenzahn und Gänseblümchen garnierten Rasen an der Gostofer Festwiese spazieren führen. Bei bestem Fußballwetter eröffnete der Unparteiische Danny Rohde die Partie, die aufgrund ihrer Wichtigkeit so manchem erfahrenen Spieler die Nervosität in die Beine trieb.

Das Spiel begann recht verhalten, beide Teams standen größtenteils sicher und konnte die gegnerische Verteidigung noch nicht knacken. Bebernitz packte einmal beherzt im Zweikampf zu und handelte sich eine frühe gelbe Kart ein, sonst bleib es ziemlich ruhig. So lieferten sich Hoffmann und Brandt am Anfang ein Duell darum, Freistöße aus guter Position möglichst schlecht zu schießen. Während der Versuch des Neumühlers flach an Mauer und Tor vorbeikullerte, drosch der Gostorfer das Leder mit immensen Außeneffet in einen anliegenden Garten und sicherte sich diesen kleinen, ungewollten Erfolg. Auch war es sein Team, das zuerst richtig gefährlich wurde, als einer der vielen baumlangen Spieler einen Freistoß per Kopf an den Pfosten von dem Rusch ihm seinen Kasten setzte. Glück für die Gäste, die daraufhin mit der Führung antworteten. Einen hohen Ball von Schöwe flankte Hoffmann von links direkt auf den langen Pfosten, wo sich Wende davongestohlen hatte wie nachts nach Schließzeit aus dem Wohnheim. Allein vor Schlussmann Seifert blieb der Mann, der eigentlich für die Spvgg Lohsa/Weißkolm in der sächsischen Kreisliga aufläuft und dort bereits achtmal traf, kalt wie das ausgeschenkte Fassbier und köpfte in Minute 24 das 1:0 für Neumühle. Dieser Treffer ging aufgrund des bisherigen Spielverlaufes auch in Ordnung, obwohl die richtigen Chancen gefehlt hatten.

Gostorf musste sich nach dem Gegentor erstmal schütteln und versuchte mit erhöhter Zweikampfsintensität zurück ins Spiel zu kommen. Gerade Linksverteidiger Soltwedel rieb sich gegen Koffein-Kevin in Zweikämpfen auf, während er zeitgleich versuchte, den Ball möglichst hoch in die am Spielfeld stehende Weide zu schießen. Beides gelang ihm jedoch mehrfach nur mittelmäßig. Mittelstürmer Dudek beschäftigte Zengel und B. Schröder mit seinem bulligen Körper, blieb aber harmlos. Die Gäste kontrollierten die Partie und konnte sich hinten auf Rusch verlassen, der gut mitspielte und dem freiem Gramkow die Kugel gerade noch von den Füßen wegschnappte. Aber auch auf dem Feld wehrte man sich und scheute nicht vor harten Zweikämpfen. Hier ging Abräumer Schöwe voran und senste an der Außenlinie seinen Gegenspieler weg, sah wie auch immer keine gelbte Karte, obwohl Rohde eine sehr kleinliche Linie hatte. Auf der anderen Seite verfehlte Wende einen Volleyschuss aus guter Position das Gehäuse deutlich, während es Hoffmann in der 37. Minute deutlich besser machte. Einen Schnippelball von rechts aus den Füßen Dombrowskis erreichte er gerade noch vor dem heranstürmenden Seifert und piekte ihn an ihm vorbei ins Netz. Großer Jubel breitete sich über jenes extrem wichtige Tor aus, doch Gostorf blieb gefährlich.

Kurz darauf stoppte Rusch einen Kopfball des Gegners kurz vor der Linie. Knapp vor der Halbzeit wurde es ging es nochmal heiß her. Erst wurde Wende von hinten gehörig umgeflext, konnte die Kugel aber noch vor für Dombrowski ablegen, der frei durch war. Ein Gostorfer grätschte dazwischen und spielte sowohl Ball als auch Gegner. Rohde hatte zuerst auf Vorteil entschieden, der seiner Meinung nach aber nach 2 Sekunden bereits abgelaufen war. Der Neumühler Spielmacher blieb verletzt liegen, als ihn wenig später ein langer Ball erreichte, sprang er plötzlich trotz meterweitem Abseits in bester Immobile-Manier wieder auf und versenkte die Kugel im Netz. Dadurch handelte er sich den ein oder anderen Kommentar der Gastgeber ein und brachte auch bei den Fans das Blut in Wallung. Rohde beendete dann die erste Halbzeit und klatschte mit einem Fan, den er aufgrund von Pöbeleien eigentlich des Geländes verwiesen hatte, brüderlich ab. Aller Ärger war anscheinend schnell verflogen.

In der Kabine hatte Baruschke nur lobende Worte für seine Mannschaft, die verdientermaßen mit 2:0 führten. Hinten stand man gut und konnte sich im Notfall auf Rusch verlassen, vorne nutzte man die großen Chancen effizient und hatte auch Jerome Brandt im Griff, dem noch nichts gelingen wollte. Er war wohl bereits angeschlagen ins Spiel gestartet und wurde einmal von seinem Kapitän rüde umgehauen, als dieser eigentlich Hoffmann oder den Ball treffen wollte. Hier brauchte er dann die Hilfe von Physio Lauri, die zur Gostofer Mutter Theresa wurde und mit dem Allheilmittel Eisspray anrückte. Später gab es dann noch einen gehörigen Check von Leipold gegen Brandt, der ihm erneut ordentlich zusetzte. Sein Fazit zur ersten Halbzeit lautete, dass man lange nicht so schlecht gespielt hätte, was man auch als ungewolltes Kompliment für den NSV sehen konnte.

Hahn sorgte in der kuscheligen Umkleide noch für einen Aufregern, als ihm seine Glasflasche aus zehn Zentimetern Höhe auf den Boden fiel und zersprang wie die Gostorfer Aufstiegshoffnungen. Schuldbewusst fegte er alles auf und wird in Zukunft wohl nicht mehr auf Soda-Stream Flaschen aus Glas vertrauen. Ohne Wechsel begannen dann die zweiten 45 Minuten.

Die Gastgeber versuchten es direkt mit einer Anstoßtaktik. Sechs Spieler lauerten an der Mittellinie und wollten diagonal in die gegnerische Hälfte einlaufen. Doch der Spieler, der den langen Ball schlagen sollte, wählte die PSG-Variante und drosch den Ball in Richtung Auslinie anstatt zum Strafraum, womit die Sache ungefährlich endete. Aus dem Nichts entschied Rohde auf Elfmeter, als Soltwedel im Strafraum zu Boden ging, nachdem er Hahn bei dessen Klärung des Balles umgerannt hatte. Laut des Schiedsrichters hatte Salchow ihn wohl in seinen Mitspieler hineingeschubst. Eine sehr strittige Entscheidung, hatte Koffein-Kevin doch die Hände eher an seinem Körper und der Heimspieler Hahn eher gefoult. Auf jeden Fall drückte er Hahn irgendeinen spitzen Knochen in dessen mickrigen Restbizeps und konnte sich glücklich schätzen, einen Pfiff bekommen zu haben. Brandt war es egal, mit seiner ersten richtigen Aktion im Spiel schoss er den Elfer in die Tormitte, womit er in Minute 50 den Anschluss aus dem Nichts markierte.

Wer jetzt mit einem beginnenden Gostorfer Sturmlauf gerechnet hatte, lag falsch. Neumühle war um eine schnelle Antwort bemüht und hatte dabei Unterstützung durch Rohde, den wohl das schlechte Gewissen plagte. Erst pfiff er ein faires Tackling ab und gewährte einen Freistoß aus guter Position. Hundertachzig Sekunden nach dem Gegentreffer segelte eine der vielen Ecken der Landeshauptstädter in den Strafraum. Seifert hatte an diesem Tag so seine Probleme mit diesen Bällen und zeigte sich auch hier unsicher. Dampfwalze Bebernitz reagierte am schnellsten und stocherte den Ball aufs Tor, wo ein Verteidiger noch abfälschte, bevor ein anderer die Kugel wegdrosch. Rohde entschied sofort, dass das Spielgerät im vollen Umfang die Linie überquert hatte, sehr zum Ärger der Gastgeber und zur Belustigung von Leipold und Wende, die eher die Meinung des Konkurrenten teilten.

HeimtrainerWendland reagierte auf den erneuten Zwei-Tore-Rückstand mit mehreren Wechseln, um das verbesserungswürdige Offensivspiel seiner Truppe anzukurbeln. Dies klappte so halbwegs, immerhin nach einer Standardsituation wurde es gefährlich, als knapp am Tor vorbeigeköpf wurde.

Baruschke brachte in der 76. Minute Kampfschwein Lode für Salchow, der heute vor allem durch seinen unerschütterlichen Einsatz aufgefallen war. In der 81. Minute ergab sich für Wende die Riesengelegenheit zur Entscheidung, als er nach einem langen Ball von Rusch und folgendem Abwehrfehler frei auf Seifert zulief, aber an einer Glanztat des Schlussmanns scheiterte. Die Gastgeber witterten nochmal Hoffnung und konnten aus dem Nichts den erneuten Anschluss erzielen. Nach einer eigentlich ungefährlichen Aktion folgte der Steckball auf einen im Abseits stehenden Stürmer. Da dieser jedoch passiv blieb und ein anderer den Ball übernahm, konnte der Querpass auf den freien Brandt folgen, der sich an Hahn vorbeigemogelt hatte und aus wenigen Metern vollstreckte. Seine Qualität hatte er damit mal wieder eindrucksvoll nachgewiesen, mit seinem 35. Saisontor hat er mittlerweile die Hälfte der Treffer seiner Mannschaft erzielt und spannende letzte sieben Minuten eingeleitet. Jetzt wurde es nochmal richtig hitzig auf dem Feld, Gostorf versuchte nochmal aussichtsreich nach vorne zu kommen, doch lief sich wie so oft an der Abwehr um den heutigen Spielführer Zengel fest.

Der NSV nahm hingegen clever Zeit von der Uhr. Bei einem Einwurf war der Ball vorher im Seitenaus in einer Ketchuppfütze gelandet. Als Hahn sich das Spielgerät schnappte, griff er geradewegs in die beliebte Soße. Da er keinen Tankstellenfasan, Bauarbeiter-Banane oder Hartz-Vier/Bürgergeld-Lende zur Verfügung hatte, reklamierte er bei Rohde den beschmierten Ball. Der Unparteiische reagierte mit einem lässigen „hab dich nicht so“, nahm sich die Kugel und wischte sie ihm Gras ab. Währenddessen hatte sich Leipold aufs Gras gesetzt und klagte über eine angebliche Verletzung, die aber schnell wieder vergessen war. Mit der letzten Aktion wurde es nochmal brenzlig. Eine Flanke nahm Dudek fünf Meter vor Ruschs Tor an, dabei sprang ihm die Knitte wohl an den Arm. Rohde entschied also auf Handspiel, sehr zum Missfallen des Stürmers. Da ihm der Ball ohnehin weggerollt war, hatte der Pfiff von Rohde vermutlich keine weitreichenden Konsequenzen. Unmittelbar danach blies der Schiedsrichter ein letztes Mal in seine Pfeife und beendete damit das Spiel. Lauter Jubel brach beim NSV aus, Ernüchterung machte sich bei Gostorf breit.

Mit diesem Sieg von monumentaler Bedeutung geht der Neumühler SV einen riesigen Schritt in Richtung Wiederaufstieg. In einem fairen Spitzenspiel gab es nur wenig echte Chancen und nur zum Schluss nochmal etwas Spannung. Größtenteils kontrollierte man die Begegnung und der Gegner wirkte nicht unbedingt, als würde für ihn etwas auf dem Spiel stehen. Der Sieg ist folglich verdient, auch wenn man etwas Spielglück auf seiner Seite hatte. Torjäger Brandt blieb bis auf seine Tore blasser als die Haut eines Gamers und wurde unfreiwillig zum Beweis, dass Fußball eine Mannschaftssportart ist, denn drei verschiedene Torschützen der Schweriner sicherten den Sieg. Nach dem Spiel gab es erneut einen Aufreger in der Gästekabine, denn die Stundenten der HdBA sind entweder alle in S-Bahn-Stationen geboren oder haben nur automatische Türen im Wohnheim, denn bei ihren Ausflügen aus der Umkleide zum Bierstand ließen sie mehrfach die Tür sperrangelweit offen und präsentierten ganz Gostorf die unbekleideten Leiber ihrer Mitspieler und einen ausgepumpten Kadaver von Hahn, der sich nur noch mit Hilfe zahlreicher Dad-Geräusche fortbewegen konnte. Koffein-Kevin war hingegen innerhalb weniger Minuten bereits wieder in seine Pumperjeans geschlüpft, hier zeigt sich der Altersunterschied dann doch deutlich.

Der Vorsprung auf Platz Drei wächst für die Rancher auf fünf Punkte und es besteht für sie die Möglichkeit, bei einem Gostorfer Punktverlust am nächsten Spieltag gegen Bad Kleinen mit einem heimischen Derbysieg gegen Burgsee Verein Schwerin den zweiten Platz dingfest zu machen und wieder in die Kreisoberliga zurückzukehren. Sollte dies noch nicht gelingen, gibt es danach in den Spielen gegen die Kellerkinder aus Sieverhagen und Brüel weitere Matchbälle. Beide Teams liefern sich einen mittlerweile doch spannenden Dreikampf mit der SG Parum/Dümmer um den Klassenerhalt, zwei Teams müssen am Ende den Gang in die unterste Kreisklasse antreten.

 

NSV spielte mit: Rusch – Hahn, Zengel (C), B. Schröder, Bebernitz – Schöwe, Dombrowski – Salchow (76. Lode), Leipold, Hoffmann – Wende

Ebenfalls im Kader: Burghardt, L. Holst, Nittke, Sperling

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3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
27. August 2026
Der NSV ist wieder da! Mit dieser freudigen Nachricht startete der erste Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM, der für den Aufsteiger aus Schwerin direkt eine schwere Aufgabe hatte: Am Freitagabend reiste man nach Holthusen, um sich mit dem Drittplatzierten der letzten beiden Spielzeiten zu messen. Dieser hatte sich namenhaft verstärkt, mit Hasselmann kehrte der Mittelfeldmotor nach seinem einjährigen Ausflug zum MSV Pampow zurück und brachte den 21 Jahre jüngeren Torwart Facklam mit, beide standen in der ersten Elf. Beim Neumühler SV rückten ebenfalls zwei Neuzugänge in die Startaufstellung, Genkel begann in der Innenverteidigung und Boller auf Linksaußen. Coach Baruschke formierte seine Mannschaft wie schon im letzten Test in einem 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, mit dem man den spielstarken Gegner in seiner Offensivqualität Einhalt gebieten wollte, um dann über schnelle Konter gefährlich zu werden. Etwas Überraschend begann Dampfwalze Bebernitz dabei nicht links hinten, sondern auf der rechten Offensivseite. Hoffmann musste dafür auf der etwas unbeliebten Mittelstürmer-Postion ran, dahinter sollten Schöwe, Dombrowski und Leipold das Zentrum dichthalten. Vor den Anpfiff gab es für NSV-Urgesteine noch eine schöne Überraschung, Steve Doebler, vor einigen Jahren noch unter dem Namen Athmani für den NSV aktiv, besuchte sein ehemaliges Team bei einem Heimaturlaub. Captain Schrotti schwörte im Mannschaftskreis seine Truppe auf die bevorstehenden 90 Minuten ein, der Schlachtruf hallte wie ein Donnerschlag durch das beschauliche Dörfchen bis an die Scheiben des örtlichen Philipps-Marktes. Vor 96 interessierten Zuschauern eröffnete der Unparteiische Gniefke die Partie. Von Anfang an zeigte sich, dass die beginnende Saison eine deutlich größere Herausforderung sein würde als noch die vorherige in der Kreisliga. Der Gastgeber bestimmte das Spiel von Anfang an und hatte schnell eine erste Chance auf das 1:0, vergab diese jedoch. Das Aufbauspiel der Gäste wurde früh durch ein organisiertes Pressing gestört, sodass kaum gefährlich nach vorne kamen. Meistens nutzte man hierfür schnelles Umschalten nach Ballgewinnen, Dombrowski zielte jedoch knapp vorbei und Hoffmann schoss zweimal nach langen Bällen an Facklams Gehäuse vorbei. Auf der anderen Seite stand die Defensive unter permanenten Dauerstress und musste mehrmals in letzter Sekunde blocken oder hatte Glück, dass die gegnerischen Stürmers zu ungenau zielten. Der spielstarke Gastgeber zwang das Mittelfeld des NSV zu einer massiven Laufleistung, um die ständig rotierenden Spieler zumindest halbwegs zu decken. Nach 25 Minuten fand ein perfekter Chip-Ball den freien Baumann, der die Kugel perfekt ansaugte und Schlussmann Rusch keine Chance ließ. Somit lag der Favorit verdient in Führung. Anschließend hatte sich der Gast halbwegs an die neue Gangart gewöhnt und konnte nun besser mithalten. Das Verteidigen gelang effizienter, nach vorne passte aber nach wie vor wenig zusammen. In der Halbzeit zeigte sich Baruschke daher nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams und wollte nun ein höheres Anlaufen seiner Mannschaft sehen, um das kontrollierte sowie gefährliche Aufbauspiel zu unterbinden. Dieser Plan sollte sich als ausschlaggebend für die phänomenale Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang herausstellen. Das Team zeigte eine neue Überzeugung, das Spiel doch noch zu drehen. Holthusen hatte nun Probleme beim Aufziehen ihres Spieles, Neumühle zeigte sich defensiv griffiger, konnte aber offensiv nach wie vor kaum in Erscheinung treten. In der 54. Minute zeigte Dombrowski seine gefürchtete Kombination aus Flanke und Torschuss, nach der er hörbar umgesenst wurde. Gniefke zeigte sehr zum Ärger des Heimteams auf den Punkt, eine strittige Entscheidung. Boller nahm sich der Sache an und drosch die Kugel in die Tormitte, während Facklam zur Seite hechtete. Der nicht unverdiente Ausgleich in einer nun offeneren Partie. Holthusen antwortete mit verstärktem Drang auf die erneute Führung und kam jetzt wieder gefährlicher vor Ruschs Kasten. Dieser tauchte bei einem platzierten Fernschuss aber ab wie ein U-Boot und lenkte die Kugel stark um seinen Pfosten. Ansonsten überraschte der SFV mit überraschenden Fitnessproblemen, bereits kurz nach dem Wiederanpfiff sackte der erste Spieler mit einem Krampf zusammen, dem im weiteren Spielverlauf noch zwei weitere Mannschaftskollegen folgten. In der 66. Minute gelangte Holthusen über links in den Strafraum, Hahn konnte nicht entscheidend stören. Genkels Befreiungsschlag misslang, wodurch Qualmann an die Kugel kam. Den heranrauschenden Schöwe ließ er links liegen wie nasse Zeitung auf dem Bürgersteig und überwand Rusch aus kurzer Distanz. Baruschke reagierte auf den erneuten Rückstand mit einem Doppelwechsel. Salchow und Neuzugang Entelmann kamen für Bebernitz und Leipold. Beide sollten sich sofort aktiv ins Spielgeschehen einbringen. Entelmann, den alle von nun an nur noch „Muddi“ nennen, begeisterte mit Ballsicherheit und klugen Pässen, Salchow pflückte auf der rechten Seite hoch und runter, als würde er im angrenzenden Schorchs Garten ein Praktikum machen. Kurz darauf bekam der NSV einen Freistoß von der rechten Seite zugesprochen. Dombrowski schnappte sich den Ball nahe der Auslinie und zirkelte ihn mit seinem gefährlichen linken Fuß zum Tor. In der Mitte hoppelte er jedoch an Freund und Feind vorbei, Hahn versuchte sich noch an einem lässigen Hackentrick, kam aber nicht ran. Zur allgemeinen Überraschung fand die Knitte aber seinen Weg in die lange Ecke, womit es wieder Unentschieden stand. Der Spielverlauf war jetzt wie die zweite Halbzeit ausgeglichen, auch wenn der Favorit immer noch die besseren Chancen hatte. Der nimmermüde Hasselmann lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus und wurde immer wieder mit seinen Abschlüssen gefährlich. Einmal rettete die Latte für den NSV, einen Freistoß fischte Rusch gekonnte aus seinem Torwarteck. Für die letzten zehn Minuten brachte Baruschke nun Pohl für Hoffmann. Der Joker überzeugte als raubeiniger Kampfzwerg, der jeden Zweikampf führte, als könnte er noch mehr Urlaubstage für sich rausschlagen. Drei Minuten vor Schluss spielte Muddi einen starken Außenmauken-Pass auf den nimmermüden Sprinter Boller, der im Sechzehner knapp vor Facklam an den Ball kam und anschließend von ihm umgesenst wurde. Dieses Mal war der Elferpfiff unstrittig, für Neumühle ergab sich die etwas unverhoffte Chance auf die späte Führung. Dem Gefoulten war dies anscheinend zu viel Druck, er ließ jetzt Captain Schrotti antreten. Der Spielführer machte es gewohnt souverän und verlud den Torwart. Sein unnachahmlicher Jubellauf führte ihn in die Arme von Teammanager Kojetin, wo ihn auch der Rest der Mannschaft einholte. Holthusen reagierte mit einer wütenden Schlussoffensive, Gniefke zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, die er aber noch etwas verlängerte. Vermutlich war er begeistert von dieser mitreißenden Partie, die die Zuschauer gut unterhalten konnte. Der Gastgeber versuchte alles, um noch auszugleichen, scheiterte aber an den aufopfernden Verteidigern der Schweriner. So beendete der Schiedsrichter die Partie und ließ den NSV feiern. Die neue Saison beginnt nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern einer ganzen Ouvertüre. Nach anfänglichen Problemen und verdientem Rückstand steigerte man sich immer weiter im Verlauf des Spiels, gekrönt von einer sensationellen zweiten Halbzeit, in der man mit dem Spitzenteam durchaus mithalten konnte. Defensiv stand man stabiler und konnte sich auf einen gut aufgelegten Rusch verlassen, der während des Spiels noch mit einem unorthodoxen Dribbling begeisterte. Nichtsdestotrotz hatte man eine gewisse Portion Spielglück, dass der Gegner seine Chancen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nutzte und man mit zwei Elfern und einem Hüppelball dreimal treffen konnte. Dies störte dennoch die losgelöste Stimmung des Aufsteigers nicht. Die Zunge von B. Schröder befand sich vor Glück permanent außerhalb seines Mundes, so als würde er sich an einem imaginären Eis (oder jemand/etwas anderen) erfreuen. Haudegen Hahn herzte überschwänglich seine Kumpanen und ließ Trainer Schaar kurz vor dessen Urlaub seinen glücklichsten Moment seit Langem erleben, während er innig mit ihm jubelte. Somit kann man direkt zu Beginn der neuen Spielzeit ein wahres Erfolgserlebnis feiern, mit dem vor Anpfiff wohl die wenigsten gerechnet hätten. Wichtig ist es nun, den Fokus auf das nächste Duell zu richten, wenn man sich mit dem Neuburger SV auf der heimischen Ranch misst. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, Zengel, C. Schröder (C) - Leipold (69. Entelmann), Schöwe, Dombrowski - Bebernitz (69. Salchow), Hoffmann (81. Pohl), Boller Ebenfalls im Kader: Grap, B. Schröder, Ludwigs
24. Juni 2026
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