Hinrundenbericht - Herren
17. Dezember 2025

Vier Spiele pfui, sieben Spiele hui – Siegesserie nach Fehlstart ermöglicht erfolgreiche Hinrunde für den NSV
Nach zwei Abstiegen startete die Kreisligasaison 2025/2026 für den Neumühler SV mit einem klaren Ziel: die Negativserie so schnell wie möglich hinter sich bringen und endlich wieder Erfolge feiern. Coach Baruschke blickte ebenfalls auf ein schweres erstes Jahr als Cheftrainer zurück und wollte endlich das Potenzial aus der Mannschaft herausholen, das er in ihr sieht. Immerhin musste er sich kadertechnisch keine Gedanken machen, denn das Team blieb größtenteils unverändert. Nur ein paar Veteranen verabschiedeten sich in Richtung Alte Herren, um das Verhältnis zwischen Bewegung und Bier mehr in Richtung Alkohol kippen zu lassen. Dafür kehrte Jungspund Kevin Salchow nach einem Jahr bei Dynamo Schwerin zurück. Viel hatten sich die gelb-blauen Schweriner vorgenommen für die Spielzeit, nur um direkt zu Beginn härter zu landen als Karsten im Esstisch. Bei der frisch aufgestiegenen SG Schlagsdorf/Mustin setzte es in Schleswig-Holstein (NICHT der wahre Norden!!!) eine herbe 5:0-Klatsche, bei der vor allem die Art und Weise des Auftretens erschreckend war. Jener Gegner sollte sich dazu aufschwingen, die Liga unnachahmlich zu dominieren und ohne Punktverlust geradewegs Richtung Kreisoberliga zu marschieren.
Als alle das Spiel als Ausrutscher gegen einen starken Gegner vergessen wollten, setzte es die nächsten Dämpfer: Wunderknabe Dombrowski verletzte sich für mehrere Wochen, und auch in der Liga schien sich die Misere der Vorjahre fortzusetzen. Dem eher glücklichen Unentschieden gegen die nächste Spielvereinigung aus Parum-Dümmer folgte der Tiefpunkt der langen Leidenszeit. Gegen den Mecklenburger SV musste man im ersten Heimspiel eine 2:3-Niederlage hinnehmen, obwohl der Kontrahent in allen Belangen unterlegen war. Nach wie vor hatte das Team große Probleme, die Sportart einigermaßen nach Fußball und nicht nach „Drisch-den-Ball-in-die-Luft“ aussehen zu lassen. Die Lage wurde so prekär, dass kurzfristig eine Krisensitzung anberaumt wurde, um ein weiteres Abstürzen zu verhindern. Nach klaren Worten stand fest: Es muss sich vieles ändern, um die angeknockte Mannschaft wieder aufzubauen. Gerade defensiv zeigte man mehr Lücken als die Zahnreihe eines Amateurboxers, während offensiv der Motor nicht ins Rollen kam. Gegen Groß Salitz zeigte man sich dann immerhin in der Verteidigung deutlich stabiler. Auf dem Minirasen im Maisfeld schoss man mit dem einzig guten Angriff die frühe Führung, kassierte aber unmittelbar vor Schluss den unnötigen Ausgleich und stand somit nach vier Spielen mit nur zwei Punkten und einem vorletzten Tabellenplatz da, der den nächsten Abstieg bedeuten würde. Dennoch sah man in dieser Begegnung eine dezente Verbesserung, da erstmals der Wille beim Team stimmte, Spiele über Mentalität zu gewinnen.
Baruschke zog seine Lehren aus dem erneuten Fehlstart und ging zu einer defensiveren Taktik über, die der Mannschaft entgegenkam und deutlich mehr Sicherheit im Aufbau verschaffte. Ebenfalls erholte sich die Verteidigung und sollte in den nächsten Spielen unter dem Duo Zengel/Sulkowski in der Innenverteidigung aufblühen, auch wenn beide dieser Position eher schwiegermütterlich gegenüberstanden. Auch Abräumer Schöwe, den sich der NSV sonst immer mit den Footballern der Mecklenburger Bulls teilen musste, zählte zu den Dauerbrennern. Diese Saison entschied er sich endlich für den richtigen Ballsport und glänzte als Zerstörer mit Offensivdrang, der auch fünf Tore erzielte.
Den ersten Befreiungsschlag gab es gegen den Dargetzower SV mit einem 4:0-Heimsieg, bei dem es erstmals auch spielerisch lief und vieles besser klappte als zuvor. Wie bei der sagenumwobenen Ketchupflasche ging es jetzt richtig los, nach dem Premierensieg wollte man mehr. Ein deutliches Zeichen setzte man am sechsten Spieltag. Gegen den damaligen Zweiten aus Boltenhagen holte man einen extrem dominanten 1:6-Auswärtssieg und musste sich fast schon ärgern, nicht noch mehr Tore erzielt zu haben. Flügelflitzer Hoffmann brillierte hier mit einem Dreierpack. In der anschließenden Pokalwoche gab es zwar das Ausscheiden gegen den FC Selmsdorf durch ein 1:2 auf der heimischen Ranch, die Siegesserie in der Liga ging aber erst richtig los.
Als Nächstes wurde mit Bad Kleinen das nächste Spitzenteam zerlegt. In dessen Stadion auf holprigem Rasen gab es einen Sieg mit vier Toren Vorsprung und ohne Gegentor. Auch wenn es spielerisch eher ausbaufähig war, konnte man über die richtige Einstellung den Sieg erzielen. Ein echtes Highlight des Spiels sollten die Flugeinlagen von Malocher Grap sein, der neunmal (ja, richtig gelesen, neunmal!!!) über seinen eigenen Schatten stürzte, aber immer wieder aufstand und defensiv eine starke Partie zeigte (man erinnere sich an den seitlich gehechteten Bauchklatschkopfball). Hiernach folgte das absolute Highlight der Hinrunde. Am siebten Spieltag empfing man den Zweitplatzierten der Liga, den Gostorfer SV, der mit Jerome Brandt nach wie vor den besten Torjäger in seinen Reihen hat. Was alle angespannt als sehr schweres Spiel betrachteten, entpuppte sich als wahres Fußballfest. Nach einer selten so gesehenen ersten Halbzeit voller fußballerischer Dominanz, perfektem Defensivspiel und gnadenloser Effizienz führte man nach 45 Minuten 6:0 (!!!); die gefürchtete gegnerische Offensive war so ungefährlich wie ein Kätzchen für eine Antilope. Am Ende stand hier ein 8:2, bei dem sich auch die Neuverpflichtungen zeigen durften. Von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lockte man die jungen Studenten mit der Aussicht auf geselliges Beisammensein und gnadenloses Besaufen an. Durch die Verstärkung ergab sich für Baruschke eine ungewohnt luxuriöse Kaderbreite, die er vorher noch nicht erleben durfte. Statt der krampfhaften Suche nach öölf Spielern aus dem vorherigen Jahr gab es nun eher die Frage, welcher der anwesenden Spieler es nicht in den Spieltagskader schaffen kann, da es dort nur 18 Plätze gibt. Allgemein gab es spielertechnisch viel mehr Konstanz, sodass sich ein festes Gerüst einspielen konnte. Die Viererkette mit Grap, Zengel, Sulkowski und Käpt’n Schröder stand, davor räumte Schöwe ab, während Dombrowski das Offensivorchester dirigierte, das richtig auf Touren kam.
Gegen den Lokalrivalen vom Burgseeverein Schwerin holte man einen knappen Derbysieg, der eigentlich höher hätte ausfallen müssen, auch wenn der Gegner viel fußballerisches Potenzial andeutete. Danach feierte man mit einem 9:1 gegen den völlig chancenlosen SV Sievershagen den höchsten Sieg der Hinrunde, mit dem man erstmals in der Tabelle dahin sprang, wo man sich vor der Saison hingewünscht hatte: auf einen Aufstiegsplatz. Durch ein abschließendes 1:4 gegen den Brüeler SV II und den damit siebten Sieg in Folge sicherte man sich zur Winterpause diesen zweiten Platz. Damit liegt man zehn Punkte hinter dem unangefochtenen Primus Schlagsdorf/Mustin, der ohne Punktverlust und mit der besten Offensive und Defensive ausgestattet sehr wahrscheinlich schon für die Kreisoberliga planen kann. Der NSV kann neben dem zweiten Tabellenplatz auch die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive aufweisen.
Insgesamt spielte der Neumühler Sportverein damit eine mehr als zufriedenstellende Halbserie, gerade in Anbetracht der ersten vier Spiele, in denen man zehn Tore kassierte und nur vier schoss. Einige wähnten sich hier nach wie vor in der Negativspirale der letzten zwei Jahre, doch dann schaffte man endlich die Wende, auf die man so lange gewartet hat. Diese wurde begünstigt durch die angesprochene taktische Umstellung, die nun etwas einfacheren Fußball vorsieht. Durch eine sich fest etablierende Achse von Spielern, die fast immer da waren, konnte sich im Team eine Sicherheit entwickeln und feste Abläufe einspielen. Der große Kader machte es möglich, Ausfälle besser zu kompensieren und auf jeder Position auch qualitativ ähnlich zu ersetzen. Außerdem schaffte man es endlich, die Mentalität auf den Platz zu bringen, die es für diese Ligen braucht. Selbst die Edeltechniker schrecken nicht vor rustikalen Grätschen zurück, um dem Team beim Verteidigen zu helfen. Dazu ist die Mannschaft im Angriff schwer auszurechnen, da es viele Torschützen gibt und nicht den einen Goalgetter. Somit können sich die Gegner nur schlecht auf den vermeintlich torgefährlichsten Spieler einstellen.
Somit gibt es in Neumühle endlich wieder Siege und zufriedene Trainergesichter. Die lange Winterpause kommt jetzt eher ungelegen, und man darf gespannt sein, wie es im März weitergeht, wenn es gegen Schlagsdorf/Mustin auf der Ranch zum ultimativen Spitzenspiel kommt. Es bedarf eines perfekten Spiels, um jener Spielgemeinschaft den ersten Punktverlust zuzufügen. Unabhängig von diesem Ergebnis muss man die Form der letzten Spiele konservieren, um in der Rückrunde den nächsten Fehlstart zu verhindern und den aktuellen Tabellenplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen, die im engen Aufstiegsrennen nur knapp dahinter liegt und auf Fehler lauert.
Nach zwei Abstiegen startete die Kreisligasaison 2025/2026 für den Neumühler SV mit einem klaren Ziel: die Negativserie so schnell wie möglich hinter sich bringen und endlich wieder Erfolge feiern. Coach Baruschke blickte ebenfalls auf ein schweres erstes Jahr als Cheftrainer zurück und wollte endlich das Potenzial aus der Mannschaft herausholen, das er in ihr sieht. Immerhin musste er sich kadertechnisch keine Gedanken machen, denn das Team blieb größtenteils unverändert. Nur ein paar Veteranen verabschiedeten sich in Richtung Alte Herren, um das Verhältnis zwischen Bewegung und Bier mehr in Richtung Alkohol kippen zu lassen. Dafür kehrte Jungspund Kevin Salchow nach einem Jahr bei Dynamo Schwerin zurück. Viel hatten sich die gelb-blauen Schweriner vorgenommen für die Spielzeit, nur um direkt zu Beginn härter zu landen als Karsten im Esstisch. Bei der frisch aufgestiegenen SG Schlagsdorf/Mustin setzte es in Schleswig-Holstein (NICHT der wahre Norden!!!) eine herbe 5:0-Klatsche, bei der vor allem die Art und Weise des Auftretens erschreckend war. Jener Gegner sollte sich dazu aufschwingen, die Liga unnachahmlich zu dominieren und ohne Punktverlust geradewegs Richtung Kreisoberliga zu marschieren.
Als alle das Spiel als Ausrutscher gegen einen starken Gegner vergessen wollten, setzte es die nächsten Dämpfer: Wunderknabe Dombrowski verletzte sich für mehrere Wochen, und auch in der Liga schien sich die Misere der Vorjahre fortzusetzen. Dem eher glücklichen Unentschieden gegen die nächste Spielvereinigung aus Parum-Dümmer folgte der Tiefpunkt der langen Leidenszeit. Gegen den Mecklenburger SV musste man im ersten Heimspiel eine 2:3-Niederlage hinnehmen, obwohl der Kontrahent in allen Belangen unterlegen war. Nach wie vor hatte das Team große Probleme, die Sportart einigermaßen nach Fußball und nicht nach „Drisch-den-Ball-in-die-Luft“ aussehen zu lassen. Die Lage wurde so prekär, dass kurzfristig eine Krisensitzung anberaumt wurde, um ein weiteres Abstürzen zu verhindern. Nach klaren Worten stand fest: Es muss sich vieles ändern, um die angeknockte Mannschaft wieder aufzubauen. Gerade defensiv zeigte man mehr Lücken als die Zahnreihe eines Amateurboxers, während offensiv der Motor nicht ins Rollen kam. Gegen Groß Salitz zeigte man sich dann immerhin in der Verteidigung deutlich stabiler. Auf dem Minirasen im Maisfeld schoss man mit dem einzig guten Angriff die frühe Führung, kassierte aber unmittelbar vor Schluss den unnötigen Ausgleich und stand somit nach vier Spielen mit nur zwei Punkten und einem vorletzten Tabellenplatz da, der den nächsten Abstieg bedeuten würde. Dennoch sah man in dieser Begegnung eine dezente Verbesserung, da erstmals der Wille beim Team stimmte, Spiele über Mentalität zu gewinnen.
Baruschke zog seine Lehren aus dem erneuten Fehlstart und ging zu einer defensiveren Taktik über, die der Mannschaft entgegenkam und deutlich mehr Sicherheit im Aufbau verschaffte. Ebenfalls erholte sich die Verteidigung und sollte in den nächsten Spielen unter dem Duo Zengel/Sulkowski in der Innenverteidigung aufblühen, auch wenn beide dieser Position eher schwiegermütterlich gegenüberstanden. Auch Abräumer Schöwe, den sich der NSV sonst immer mit den Footballern der Mecklenburger Bulls teilen musste, zählte zu den Dauerbrennern. Diese Saison entschied er sich endlich für den richtigen Ballsport und glänzte als Zerstörer mit Offensivdrang, der auch fünf Tore erzielte.
Den ersten Befreiungsschlag gab es gegen den Dargetzower SV mit einem 4:0-Heimsieg, bei dem es erstmals auch spielerisch lief und vieles besser klappte als zuvor. Wie bei der sagenumwobenen Ketchupflasche ging es jetzt richtig los, nach dem Premierensieg wollte man mehr. Ein deutliches Zeichen setzte man am sechsten Spieltag. Gegen den damaligen Zweiten aus Boltenhagen holte man einen extrem dominanten 1:6-Auswärtssieg und musste sich fast schon ärgern, nicht noch mehr Tore erzielt zu haben. Flügelflitzer Hoffmann brillierte hier mit einem Dreierpack. In der anschließenden Pokalwoche gab es zwar das Ausscheiden gegen den FC Selmsdorf durch ein 1:2 auf der heimischen Ranch, die Siegesserie in der Liga ging aber erst richtig los.
Als Nächstes wurde mit Bad Kleinen das nächste Spitzenteam zerlegt. In dessen Stadion auf holprigem Rasen gab es einen Sieg mit vier Toren Vorsprung und ohne Gegentor. Auch wenn es spielerisch eher ausbaufähig war, konnte man über die richtige Einstellung den Sieg erzielen. Ein echtes Highlight des Spiels sollten die Flugeinlagen von Malocher Grap sein, der neunmal (ja, richtig gelesen, neunmal!!!) über seinen eigenen Schatten stürzte, aber immer wieder aufstand und defensiv eine starke Partie zeigte (man erinnere sich an den seitlich gehechteten Bauchklatschkopfball). Hiernach folgte das absolute Highlight der Hinrunde. Am siebten Spieltag empfing man den Zweitplatzierten der Liga, den Gostorfer SV, der mit Jerome Brandt nach wie vor den besten Torjäger in seinen Reihen hat. Was alle angespannt als sehr schweres Spiel betrachteten, entpuppte sich als wahres Fußballfest. Nach einer selten so gesehenen ersten Halbzeit voller fußballerischer Dominanz, perfektem Defensivspiel und gnadenloser Effizienz führte man nach 45 Minuten 6:0 (!!!); die gefürchtete gegnerische Offensive war so ungefährlich wie ein Kätzchen für eine Antilope. Am Ende stand hier ein 8:2, bei dem sich auch die Neuverpflichtungen zeigen durften. Von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lockte man die jungen Studenten mit der Aussicht auf geselliges Beisammensein und gnadenloses Besaufen an. Durch die Verstärkung ergab sich für Baruschke eine ungewohnt luxuriöse Kaderbreite, die er vorher noch nicht erleben durfte. Statt der krampfhaften Suche nach öölf Spielern aus dem vorherigen Jahr gab es nun eher die Frage, welcher der anwesenden Spieler es nicht in den Spieltagskader schaffen kann, da es dort nur 18 Plätze gibt. Allgemein gab es spielertechnisch viel mehr Konstanz, sodass sich ein festes Gerüst einspielen konnte. Die Viererkette mit Grap, Zengel, Sulkowski und Käpt’n Schröder stand, davor räumte Schöwe ab, während Dombrowski das Offensivorchester dirigierte, das richtig auf Touren kam.
Gegen den Lokalrivalen vom Burgseeverein Schwerin holte man einen knappen Derbysieg, der eigentlich höher hätte ausfallen müssen, auch wenn der Gegner viel fußballerisches Potenzial andeutete. Danach feierte man mit einem 9:1 gegen den völlig chancenlosen SV Sievershagen den höchsten Sieg der Hinrunde, mit dem man erstmals in der Tabelle dahin sprang, wo man sich vor der Saison hingewünscht hatte: auf einen Aufstiegsplatz. Durch ein abschließendes 1:4 gegen den Brüeler SV II und den damit siebten Sieg in Folge sicherte man sich zur Winterpause diesen zweiten Platz. Damit liegt man zehn Punkte hinter dem unangefochtenen Primus Schlagsdorf/Mustin, der ohne Punktverlust und mit der besten Offensive und Defensive ausgestattet sehr wahrscheinlich schon für die Kreisoberliga planen kann. Der NSV kann neben dem zweiten Tabellenplatz auch die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive aufweisen.
Insgesamt spielte der Neumühler Sportverein damit eine mehr als zufriedenstellende Halbserie, gerade in Anbetracht der ersten vier Spiele, in denen man zehn Tore kassierte und nur vier schoss. Einige wähnten sich hier nach wie vor in der Negativspirale der letzten zwei Jahre, doch dann schaffte man endlich die Wende, auf die man so lange gewartet hat. Diese wurde begünstigt durch die angesprochene taktische Umstellung, die nun etwas einfacheren Fußball vorsieht. Durch eine sich fest etablierende Achse von Spielern, die fast immer da waren, konnte sich im Team eine Sicherheit entwickeln und feste Abläufe einspielen. Der große Kader machte es möglich, Ausfälle besser zu kompensieren und auf jeder Position auch qualitativ ähnlich zu ersetzen. Außerdem schaffte man es endlich, die Mentalität auf den Platz zu bringen, die es für diese Ligen braucht. Selbst die Edeltechniker schrecken nicht vor rustikalen Grätschen zurück, um dem Team beim Verteidigen zu helfen. Dazu ist die Mannschaft im Angriff schwer auszurechnen, da es viele Torschützen gibt und nicht den einen Goalgetter. Somit können sich die Gegner nur schlecht auf den vermeintlich torgefährlichsten Spieler einstellen.
Somit gibt es in Neumühle endlich wieder Siege und zufriedene Trainergesichter. Die lange Winterpause kommt jetzt eher ungelegen, und man darf gespannt sein, wie es im März weitergeht, wenn es gegen Schlagsdorf/Mustin auf der Ranch zum ultimativen Spitzenspiel kommt. Es bedarf eines perfekten Spiels, um jener Spielgemeinschaft den ersten Punktverlust zuzufügen. Unabhängig von diesem Ergebnis muss man die Form der letzten Spiele konservieren, um in der Rückrunde den nächsten Fehlstart zu verhindern und den aktuellen Tabellenplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen, die im engen Aufstiegsrennen nur knapp dahinter liegt und auf Fehler lauert.
Weitere News

Der 15. Spieltag der Kreisliga SN-NWM hielt das Duell zweier Teams mit sagenumwobenen Fußballplätzen bereit. Der Neumühler SV empfing auf der für ihre Schlaglöcher bekannten „Ranch“ den Groß Salitzer FC aus dem unteren Tabellenfeld, der für sein klitzekleines Spielfeld inmitten eines Maisfeldes bekannt ist. Dort hatten sie zuletzt den Aufstiegsanwärtern aus Bad Kleinen und Boltenhagen insgesamt vier Punkte abgetrotzt und damit in der Rückrunde bei einer zwischenzeitlichen Niederlage gegen Dargetzow genauso viele Punkte gesammelt wie der Gastgeber, der die erneut bittere Niederlage gegen den Mecklenburger SV aus der Vorwoche noch verdauen musste. Dennoch ging dieser als Tabellendritter als klarer Favorit in diese Partie. Die Schweriner reagierten auf die zuletzt mangelnde Effizienz und den Ausfall des Flügelduos Hoffmann/Holst mit einigen taktischen und personellen Umstellungen. So rückte Abräumer Hahn in bester Kimmich-Manier von der Sechs nach rechts hinten, um dort für Zucht und Ordnung zu sorgen. P. Sulkowski belebte sein Alter Ego „Stürmer-Sulkowski“ wieder und wurde von Coach Baruschke auf dessen verzweifelter Suche nach einem Goalgetter wieder auf seine ursprüngliche Paradeposition zurückversetzt. Dafür wechselte Zengel trotz seines Tores in der Vorwoche ins defensive Mittelfeld, um gemeinsam mit Allstar Schöwe das Spiel zu dirigieren. Dampfwalze Bebernitz, der dieses Mal zwar nüchtern, dafür aber zu spät kam (Was ist einem jetzt wohl lieber?), rutschte links aus der Verteidigung auf den linken Flügel, für ihn sollte links hinten L. Holst dichtmachen. Rechtsaußen durfte Koffein-Kevin ran, der seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf nur aus Energy-Drinks bezieht. Hinten rotierte Burghardt für Rusch ins Tor. Dombrowski war glücklicherweise rechtzeitig geworden und startete erneut auf der Zehn. Solche Personaloptionen hätte sich wohl auch der Gast gewünscht, der am Vorabend nur zehn Mann zusammen hatte, durch eine groß angelegte Umfrage aber doch noch sechs Spieler mehr gefunden hatte. Darunter auch einen laut eigener Aussage „fetten, hässlichen 36-Jährigen direkt aus der Nachtschicht“, der es doch geradewegs in die Startelf schaffte, während das junge Gemüse vorerst auf der Bank blieb. Vermutlich wollte der Gegner zuerst das Alte verbrauchen, bevor etwas Neues abgenutzt wird. Dafür zeigte sich das Sturmduo Dräger/Weinig zuletzt in Topform und hatte bereits über 20 Mal getroffen. Und dieses Gespann sorgte nur sechs Minuten nach Anpfiff von Schiedsrichter Alexander Pätsch für die frühe Führung der Groß Salitzer. Nach einem Ballverlust durch Schöwe rannten die Angreifer gemeinsam auf Burghardt zu, nach Drägers Querpass schob Weinig routiniert ins leere Tor ein. Bereits zuvor hatte man nach einem Stockfehler von Burghardt den Ball aus aussichtsreicher Position nur über das halbleere Tor bugsiert. Der schnelle Schock für den NSV, der daraufhin seine Offensivbemühungen intensivierte und zu ersten Gelegenheiten kam. Aber auch Groß Salitz kam zu einigen Abschlüssen, unter anderem nach einem Freistoß, den Hahn mit einem klassischen Arschtritt verursacht hatte. Neumühles Chancen wurden jedoch vergeben wie die Sünden am Beichtstuhl. Bebernitz und Dombrowski ließen beste Gelegenheiten aus und man konnte sich schon an die Vorwoche erinnert fühlen, als man in der ersten Halbzeit zu wenig aus seinen Chancen machte. Doch dann brachte der klassische Kreisliga-Komet die Erlösung. Ein solcher flog in Minute 24 in den gegnerischen Strafraum, nachdem er kurz die Artemis II beim Landeanflug gestreift hatte. Salchow zog per Volley ab und traf den Ball für alle Parteien überraschend gut, sodass er am verdutzten Schmidt vorbeihüpfte und mithilfe des Innenpfostens die Linie überquerte. Dass Koffein-Kevin diese Kraft hatte, obwohl er bisher nur drei Monster Energy Drinks getrunken hatte und den vierten bei der panischen Suche nach seinen Stutzen vergessen hatte, grenzte schon an Magie. Der Kontrahent wirkte nach dem Ausgleich sehr passiv und kam kaum noch aus der eigenen Hälfte, der Neumühler SV drückte auf den zweiten Treffer wie Jugendliche auf einen Pickel und scheiterte vielfach an sich selbst. So musste die Verteidigung ran, um in Minute 32 die Weichen Richtung Sieg zu stellen. Nach einer Ecke verlängerte T. Sulkowski, jetzt offiziell wieder Abwehr-Sulkowski, den Ball gekonnt per überraschender Bauch-Direktabnahme in Richtung Tor. Hahn, der im Fünfer lauerte, reagierte blitzschnell, zog aus der Drehung ab und stopfte den Ball gekonnt unter dem Torwart hindurch ins Gehäuse zur hochverdienten Führung. Nur hundertachtzig Sekunden später erhöhte Bebernitz nach Vorlage von Dombrowski auf 3:1. Damit ging es auch später in die Halbzeit, Schmidt bewahrte sein Team mit guten Paraden vor der Pause noch vor weiteren Gegentoren. Baruschke zeigte sich nur angesichts des Zwischenstandes zufrieden, ansonsten tat sich sein Team größtenteils schwer, ein vernünftiges Spiel abzuliefern. Vor allem die Chancenverwertung war erneut das große Manko. Er forderte besonders aufmerksame fünfzehn Minuten nach Wiederanpfiff, um die Partie so zu entscheiden. Die Schweriner setzten genau das sofort um. Zengel fing nach Anstoß einen gegnerischen Pass ab und spielte sofort nach vorne, Dombrowski streichelte den Ball wie ein Pfarrer den Schopf eines Jünglings im Kloster, und Salchow vollstreckte eiskalt zum 4:1. Kurz darauf verwehrte er sich selbst den Hattrick, als er aus kurzer Distanz nur die Latte traf, auch wenn er und Kronzeuge Bebernitz behaupteten, die Kugel hätte danach die Linie überquert. Pätsch sah es wie oft an diesem Tag anders. Der Groß Salitzer FC wehrte sich mit zunehmenden Gegentoren vermehrt mit rustikaler Zweikampfführung, die oft die Grenze des Erlaubten überschritt. Nach vorne wurde er nur einmal gefährlich, als Burghardt sensationell parieren konnte und sich damit das Lob von Mit- und Gegenspielern, Trainern, Nachbarshunden, Vögeln und Regenwürmern einholte. Schröders Torwarttraining hatte sich damit mehr als bezahlt gemacht. Nach wie vor war es ansonsten ein Spiel auf ein Tor, auch wenn die Spannung bei Neumühle merklich nachließ. So dauerte es bis zur 62. Minute, um in Person von Dombrowski auf 5:1 zu stellen. Nach dieser Vorentscheidung wechselte Baruschke zweimal und brachte Hampusch und B. Schröder für Salchow und T. Sulkowski in der 72. Minute. Nur zwei Zeigerumdrehungen später stellte Zengel auf 6:1, als er nur noch ins leere Tor einschieben musste. Daraufhin tauschte der Hauptübungsleiter erneut und schickte Lode und Maschler für Bebernitz und den glücklosen P. Sulkowski, der von einem Gegenspieler vollkommen zu Unrecht mit Sascha Mölders verglichen wurde, auf den Platz. Kurz darauf schwächte sich der Gast mit einer Gelb-Roten Karte selbst, sodass der gelb-blaue Sturmlauf in der Schlussviertelstunde weiterging. Durch viele falsche Entscheidungen im letzten Drittel, zu schwache Abschlüsse oder einige gute Paraden von Schmidt verpasste man lange den siebten Treffer. Zum Schluss hatte man noch mehr Pech, als sich Maschler verletzte und man zu zehnt zu Ende spielen musste. Erst in der Nachspielzeit war man nach einer schönen Kombination erfolgreich. L. Holst zeigte seinen inneren Brasilianer und spielte einen hohen Ball mit der Schulter zu Hampusch, der direkt verlängerte. Zuletzt tauchte Joker Lode vor dem Tor auf, benutzte seine Pike als Billard-Queue und schnippelte so die Kugel damit wie auch immer am Keeper vorbei ins Netz. Große Freude herrschte im Team über seinen Premierentreffer und die Kiste, die damit einhergeht. Pätsch war anscheinend ein Freund von langen Spielen und hatte trotz des eindeutigen Ergebnisses fünf Minuten zusätzlich verhängt. Diese endeten kurz danach, als Dombrowski unmittelbar nach Anstoß einen langen Ball von Schmidt blockte, der danach eigentlich Lode klar foulte und einen Elfmeter verursacht hätte, wäre nicht irgendwo in dieser Situation das Spiel für den Unparteiischen beendet gewesen. Mit seinem letzten von vielen wirren Pfiffen und Nichtpfiffen beendete er so das Spiel. Durch die Niederlage des Mecklenburger SV im Parallelspiel gegen Gostorf rutscht der NSV damit wieder auf Platz zwei der Tabelle und hat nun zwei Punkte Vorsprung auf das Trio aus Mecklenburg, Bad Kleinen und Gostorf. Boltenhagen lauert mit drei Zählern weniger dahinter, Burgseeverein Schwerin hat sich nach nur einem Punkt gegen die Kellerkinder aus Sievershagen und Parum/Dümmer aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, in dem Schlagsdorf/Mustin mit 13 Punkten Vorsprung an der Spitze einsam seine Kreise zieht, was den Kampf um den verbliebenen Aufstiegsplatz umso heißer werden lässt. In diesem geht es für Neumühle bald richtig zur Sache. Nach einer Reise auf den legendären Platz in Dargetzow, der aussieht wie ein Parkplatz, aber ein zugelassenes Spielfeld ist, geht es gegen drei direkte Konkurrenten nacheinander. Hierfür wird es vor allem eine deutlich bessere Effizienz benötigen als in diesem Spiel, auch wenn der Gegner trotz Frühstart letztlich chancenlos war und nur sehr wenig auf den Platz brachte. Die Schweriner zeigten sich auch aufgrund der Überzahl fußballerisch verbessert, hätten aber eigentlich eine zweistellige Anzahl an Toren erzielen müssen, was auch Baruschke ärgerte. Dennoch unterstreicht man mit diesem Kantersieg seine Ambitionen, gerade wenn man das Ergebnis mit dem mauen 1:1 aus dem Hinspiel vergleicht. Insgesamt steht man nach vier Spielen der Rückrunde nun bei sieben Punkten, in der Hinrunde hatte man damals nur zwei Punkte gesammelt und belegte den vorletzten Platz. Durch das Unentschieden begann damals eine Serie von zehn ungeschlagenen Spielen in Folge. Der Erfolg ist nun hoffentlich erneut Startpunkt einer weiteren Reihe erfolgreicher Ergebnisse. Neumühle spielte mit: Burghardt – Hahn, T. Sulkowski (72. B. Schröder), C. Schröder (C), L. Holst – Zengel, Schöwe – Salchow (72. Hampusch), Dombrowski, Bebernitz (75. Lode) – P. Sulkowski (75. Maschler) Ebenfalls im Kader: Pohl (na ja, so halbwegs zumindest)

Coach Baruschke konnte nach dem Rückrundenstart zufrieden sein. Mit vier Punkten aus zwei Spielen begann die zweite Halbserie für sein Team deutlich erfolgreicher als die erste, und durch die Niederlage des Konkurrenten Mecklenburger SV gegen SC Ostseebad Boltenhagen stand man wieder auf dem Vizemeisterplatz. Gegen erstgenannte trat man heute im Topspiel des Spieltages an. Zum dritten Mal in Folge war ein Großteil des Kaders unverändert, sodass nur Schlussmann Rusch (heute ohne Basecap) wieder zwischen die Pfosten rückte und R. Holst nach abgesessener Sperre auf Rechtsaußen startete. Ansonsten blieben die Startaufstellung und die Abläufe gleich, weswegen die Taktikansprache in den zwei Gästekabinen in Rekordzeit abgehalten wurde, bevor er seine Mannen in das eklige Mecklenburger Regenwetter rausschickte. Wie in den beiden Spielen zuvor war auch an diesem Spieltag ein Teil der Gedanken noch im Hinspiel, als man trotz eines überlegenen Auftritts und einer Führung mit 2:3 auf der heimischen Ranch verlor. Durch einen Sieg wollte man sich im engen Aufstiegsrennen der Kreisliga SN-NWM gegenüber den anderen Teams absetzen. Dafür wollte man erneut etwas mutiger ins Pressing gehen und den Gegner zu Fehlern zwingen, wie es in der Woche zuvor gegen das Schlusslicht aus Parum/Dümmer gut geklappt hatte. Bei ungemütlichen Bedingungen pfiff der Unparteiische Michael Gniffke vor 58 gespannten Zuschauern die Partie an. Und es ging früh so los, wie es Baruschke bestimmt erträumt hatte. Durch einen guten Pressingmoment eroberte der NSV in der siebten Minute den Ball tief in der gegnerischen Hälfte. Jungstar Dombrowski übersah zwar den vollkommen freien Stürmer Zengel, hatte aber anschließend eine Menge Dusel, als Heimkeeper Krüger seinen eigentlich ungefährlichen Abschluss aus 20 Metern unter sich durchrutschen ließ, als wäre das Spielgerät mit Butter eingeschmiert. Die frühe Führung führte unmittelbar zu einer taktischen Umstellung bei den Gastgebern, die vorher noch versucht hatten, das Spiel flach aufzubauen. Nun verlagerte man sich auf lange Bälle, die die physisch starken Stürmer verlängern oder festmachen sollten. Doch direkt nach Wiederanpfiff gab es die Chance aufs 0:2, als mehrere Abschlüsse der Gäste gerade noch von Krüger und seinen Abwehrleuten geblockt werden konnten. R. Holst forderte sogar Elfmeter, erhielt diesen jedoch nicht. Nichtsdestotrotz dominierten die Schweriner die Anfangsviertelstunde. Umso überraschender fiel dann der Ausgleich in der 17. Minute, nachdem Abräumer Hahn den Ball im Mittelfeld verloren hatte. Abwehrspieler T. Sulkowski wollte die Kugel am eigenen Sechzehner wegdreschen, traf aber nur die Vaterplauze von Hahn, der damit perfekt für den vollkommen freien Blum ablegte. Dieser sagte artig „danke“ und schob aus heiterem Himmel zum 1:1 ein. Neumühle schüttelte sich kurz und übernahm danach wieder die Kontrolle über das Spiel, auch wenn man nicht jeden Flugball von Dorf Mecklenburg perfekt verteidigte. Nur im Aufbau fand man nicht immer die perfekte Lösung und war mehr auf gelungene Einzelaktionen angewiesen. Nach einer solchen traf Zauberer Dombrowski aus ähnlicher Position wie beim Führungstreffer nur den Innenpfosten, nach einem Rückpass vom Fünfmeterraum verfehlte ein Angreifer das halbleere Tor aus wenigen Metern, weil beim Abschluss die Überzeugung fehlte. Und so brauchte man etwas Unterstützung des Schiedsrichters, der den Angereisten einen strittigen Elfmeter vier Minuten vor der Halbzeit zusprach. Beim angeblichen Foul knallte es zwar so laut, dass es bis nach Wismar zu hören war, dennoch hatte der Verteidiger in hoher Intensität eigentlich zuerst klar den Ball gespielt und danach Dombrowskis Fußgelenk um 180 Grad umgebogen. Kapitän Schrotti war es egal, und auch die (regelwidrigen?) Ablenkungsversuche von Krüger auf der Linie ließen ihn kälter als das vorherrschende Regenwetter. Abgezockt schob er die Kugel von sich aus gesehen unten rechts über die Linie und verlud Krüger damit wie einen Kasten Bier in sein Auto. Nun wollte man diesen zweiten Vorsprung, den man so herbeigesehnt hatte, das kurze Stück in die Halbzeit bringen, scheiterte aber kläglich daran. Nur 120 Sekunden später drosch Matzkeit einen halbgar geklärten Freistoß aus 18 Metern aufs Tor, Rusch sah im Gewusel vor sich nichts, und Allstar Schöwe fälschte zum Schluss noch unhaltbar ins linke Eck ab. Große Freude herrschte bei den Gastgebern, ebenso groß fiel der Ärger der Schweriner aus. Mit diesem unnötigen 2:2 ging es in die Halbzeit. Die ersten 45 Minuten waren dabei geprägt von vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Baruschke forderte in der Kabine schnelleres Umschalten von seinen Spielern, um die unsichere Defensive des Gegners besser auszunutzen. Der zweite Durchgang begann da, wo man davor aufgehört hatte. Viel Stückwerk auf beiden Seiten, man passte sich dem trägen, schwerfälligen Wetter wie schon in der ersten Halbzeit an und brachte nur wenig Ansehnliches aufs Feld. In der 54. Minute wechselte Baruschke erstmals und brachte Koffein-Kevin Salchow für den angeschlagenen Hahn, Zengel rückte aus der Sturmspitze auf die Sechs. Diese Umstellung sollte sich gleich bezahlt machen. Einen Freistoß von Schröder legte Dampfwalze Bebernitz per Kopf auf Zengel ab, der sträflich frei war und in Minute 57 überlegt per Kopf die dritte Führung erzielte. Diese sollte nun endlich ausreichen, um mit Punkten wieder nach Hause zu fahren. Weiterhin investierte man mehr in der Offensive, scheiterte aber an der eigenen Effizienz. So verlängerte beispielsweise Dombrowski eine Flanke von Salchow per Schlangenhals-Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei. Dorf Mecklenburg kam langsam, aber stetig zurück ins Spiel, haute sich leidenschaftlich in alle Zweikämpfe und konnte durch einen Sonntagsschuss am Samstag erneut ausgleichen. Ein schlecht bereinigter Ball landete bei Kosel, der aus dem Stand und großer Entfernung die Kugel sensationell über Rusch hinweg unter die Latte zum 3:3 beförderte. Erneut hatte das Heimteam mehr oder weniger aus dem Nichts den Ausgleich erzielt. Hahn prophezeite auf der Bank neben Magnesiummapfer L. Holst schon den weiteren Ausgang des Spiels, der in der 79. Minute wahr werden sollte. Erneut klärte man eine Situation unnötig schlecht, erneut trafen die Gäste per Traumtor und gingen durch Doppelpacker Matzkeit erstmals selbst in Front. Kurz zuvor musste Baruschke zweimal wechseln und den gelb-rot gefährdeten R. Holst sowie den angeschlagenen Dombrowski durch Nittke und Pohl ersetzen. In der Schlussviertelstunde rannte man nun an und versuchte, wenigstens noch das Unentschieden und damit auch Platz zwei zu retten. Nach einer gelb-roten Karte gegen Flügelflitzer Hoffmann wurde diese Aufgabe nur umso schwerer, jedoch stürmte und drängte man wie ein junger Goethe auf das 4:4. Doch nach wie vor hatte man Schwierigkeiten, echte Chancen herauszuspielen. Plötzlich ergab sich für den mittlerweile wieder ins Sturmzentrum gewechselten P. Sulkowski (also offiziell wieder Stürmer-Sulkowski?) die Gelegenheit auf den sehr späten Ausgleich. Pohl schickte Koffein-Kevin steil, dessen Querpass landete bei besagtem Angreifer, der aus zwei Metern jedoch an Krüger scheiterte, der mit seiner starken Parade jenen Fehler vom Anfang des Spiels wettmachte und seinen Farben den Sieg rettete. Kurz vor Schluss gab es noch einen kurzen Schreckmoment, als Torschütze Matzkeit schwer gezeichnet nach einer Abwehraktion den Platz verlassen musste. Hoffentlich war alles nicht ganz so schlimm, wie es kurz aussah. Den Rest der Spielzeit verteidigte der Mecklenburger SV weiterhin leidenschaftlich und vergab in der letzten Aktion nach einem Konter aufs leere Tor die Entscheidung, denn Rusch konnte auch ohne Basecap spektakulär retten und verhinderte das fünfte Gegentor sogar mit seinem Rücken durch eine rückwärts gesprungene blinde Parade. Direkt danach war Schluss, Gniffke beendete das Topspiel. Somit stand man wie in der Hinrunde bei einer knappen Niederlage und musste sich erneut fragen, wie man dieses Spiel verlieren konnte. Erstaunlich ähnlich wie am dritten Spieltag schoss man das erste Tor und war eigentlich feldüberlegen, nur um am Ende trotz dreier (!) Führungen als Verlierer vom Platz zu gehen. Gerade in der ersten Halbzeit vergab man zu viele gute Chancen, während der Gastgeber effizient war und hingebungsvoll verteidigte, um sich den glücklichen Sieg zu sichern. Damit tauschen beide Teams in der Tabelle die Plätze: Dorf Mecklenburg klettert auf Aufstiegsplatz zwei, während der Neumühler SV von nun an von Platz drei aus in der Jägerrolle ist. Vielleicht wendet sich das Blatt im Aufstiegsrennen erneut am 15. Spieltag, wenn der NSV auf seiner Ranch den Groß Salitzer SC empfängt, der überraschend auf seinem schmalen Geläuf die Boltenhagener Mannschaft schlug. Der Mecklenburger SV reist zum nächsten Spitzenspiel zum Gostorfer SV. NSV spielte mit: Rusch – P. Sulkowski, T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz – Hahn (54. Salchow), Schöwe – R. Holst (75. Nittke), Dombrowski (75. Pohl), Hoffmann – Zengel Ebenfalls im Kader: L. Holst, B. Schröder

Nachdem man sich gegen den unangefochtenen Tabellenprimus ein 0:0 hart erkämpft hatte, stand für den Neumühler SV am 13. Spieltag der Kreisliga SN-NWM das Rückspiel gegen das andere Tabellenende an. Mit der SG Blau-Weiß Parum-Dümmer reiste das Tabellenschlusslicht an, welches im Hinspiel den Schwerinern einen harten Fight geliefert und einen Punkt ergattert hatte. Da die Landeshauptstädter damals ein sehr schwaches Spiel hinlegten, wollte Coach Baruschke von seiner Truppe auch ein deutlich besseres Auftreten sehen als noch in der Hinrunde. Da der direkte Konkurrent um Platz zwei, der Mecklenburger SV, am Tag zuvor etwas überraschend gegen Boltenhagen verloren hatte, konnte mit einem Sieg auch der zweite Tabellenplatz zurückgeholt werden, den man letzte Woche abgeben musste. Jenem Verein aus dem Ostseebad hatten die Gäste in der Vorwoche ebenfalls einen Punkt abgetrotzt und damit punktetechnisch den gleichen Start in die Rückrunde erlebt wie die Gastgeber. Dafür konnte der Hauptübungsleiter auf eine eingespielte Startelf zurückgreifen und musste „nur“ drei Wechsel vornehmen. Torwart Rusch musste Brille und Basecap vom letzten Wochenende regenerieren lassen, wodurch Burghardt zwischen die Pfosten rückte. In der Spitze begann der wiedergenesene Student Zengel, während im linken Mittelfeld Koffein-Kevin startete, jener Jungspund, der Kaffee zum Runterkommen trinkt. Beide ersetzten den gesperrten R. Holst und Hampusch, der auf der Bank Platz nahm. Geburtstagskind Bebernitz stand trotz nächtlicher Feier anlässlich seines Ehrentages damit zum zweiten Mal trotz glasiger Augen in der Startelf, vermutlich in dem Wissen, dass es ein ruhiges Spiel für ihn werden würde. Beim Aufwärmen griff Haudegen B. Schröder auf die gute alte Wärmesalbe zurück, die bekanntermaßen 30 Minuten Aufwärmen ersetzt. In der Zwischenzeit vermisste Malocher Hahn, heute wegen eines verlorenen Autoschlüssels beinahe nicht spielfähig, seine Magnesiumtabletten. Diese hatte L. Holst in der Vorwoche allesamt zur sinnbefreiten Behandlung seiner bereits malträtierten Wade verputzt. Bei besten Wetterbedingungen und halbwegs akzeptablen Platzbedingungen pfiff Schiedsrichter Florian Scharf die Partie vor 60 Zuschauern an. Von Beginn an wurde das Bild deutlich, das sich durch das gesamte Spiel ziehen sollte: Die Gastgeber drückten ohne Pause, der Gegner parkte den Bus mit zehn Mann in der eigenen Hälfte wie ein Nahverkehrsfahrer, der gerade nicht streikt (Grüße an ver.di). Der Ball wurde nach dem Motto „lang und weit bringt Sicherheit“ in fast jeder Situation weit weg gepöhlt. Bei der ersten Ecke befanden sich alle Spieler von Parum-Dümmer im eigenen Strafraum, was selbst Diego Simeone und Atletico Madrid vor Neid erblassen lassen würde. Entsprechend schwer fanden die Neumühler ins Spiel und suchten die Lücke in der gegnerischen Vierer- bis Achterkette. Die Gäste versuchten über Konter und Standards gefährlich zu werden und hatten eine erste Annäherung, als nach einer Ecke und anschließendem Hau- und Stechgelage mehrere Abschlüsse gerade noch geblockt werden konnten. Ansonsten fokussierten sie sich aufs Verteidigen und blieben offensiv das gesamte Spiel harmlos. Durch eine harte Gangart am Rande des Erlaubten versuchte man, die spielerischen Defizite auszugleichen. Dies gelang bis zur 24. Minute, als P. Sulkowski, zuletzt in bester Piszczek-Manier vom Stürmer zum rechten Verteidiger umgeschult, einen Volley aus 16 Metern wunderschön über den Keeper in den rechten Winkel streichelte. Viel änderte sich nicht durch den Führungstreffer, nach wie vor wirkte das Spiel der Rancher behäbig und ohne Präzision, als hätte das Unentschieden der letzten Woche noch seine fitnesstechnischen Nachwirkungen. Immerhin konnte man sieben Minuten später erhöhen, Hoffmann ließ nach Ablage von Dampfwalze Bebernitz technisch fein die Kugel über den Schlappen rutschen (nehmen wir mal an, es war Absicht) und Thomas Bruhn war erneut chancenlos. Angesichts der Führung und der fehlenden Durchschlagskraft des Kontrahenten hatte man nun eine gute Ausgangslage, auf der man weiter aufbauen wollte. Man kam etwas besser ins Spiel und in die Zweikämpfe, blieb im Angriff aber oft noch zu harmlos, was auch an der Herangehensweise der Gäste lag. Gerade Spielmacher Dombrowski und Koffein-Kevin mussten hart einstecken. Somit ging es in einer ereignisarmen und fußballerisch so gut wie gar nicht ansehbaren Spielhälfte in die Halbzeit. Der NSV dominierte die Halbzeit ohne sichtbare Mühe und hätte noch einen Elfmeter bekommen können, den Scharf ihm aber verwehrte. Baruschke zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, wies aber zu Recht darauf hin, dass alles andere aufbaufähig war. Trotzdem ging es ohne Wechsel in die zweiten 45 Minuten. Diese begannen mit dem ersten und einzigen Torschuss der Gäste, die den Anstoß direkt aufs Tor dreschen wollten, aber Burghardt damit nicht überraschen konnten. Frank Buschmann hätte bei FIFA gesagt, dass er den auch mit der Mütze seiner Omma gehalten hätte. Die Spielgemeinschaft verschärfte die Gangart noch einmal merklich und packte in den Duellen noch mehr zu. Highlight unmittelbar nach Wiederanpfiff war ein Zweikampf, in dem der Rechtsverteidiger Koffein-Kevin einhakte und mit ihm Arm in Arm spazieren ging wie ein adliges Pärchen bei einem Ball in „Bridgerton“. Wenig später erhöhte Dombrowski auf 3:0, als er nach einem langen Ball von Käptn Schrotti und guter Kopfballquerlage von Zengel im Fallen die Kugel per Omme über die Linie drückte. Eine schöne Hommage an den nach wie vor ausfallenden Bauchklatschmeister Grap, der diese Vorentscheidung mit dem Genuss mehrerer Pilsetten trotz Ordnerweste angemessen feierte. Die Partie war nun entschieden, auch wenn sich die Gäste nach wie vor nicht aufgaben. Für den NSV ergaben sich nun mehr Räume, sodass der Fußball auch etwas besser aussah. Nur Chancen blieben nach wie vor Mangelware, symptomatisch war eine Situation nach einem Standard, als mehrere Schussversuche von den aufopferungsvoll kämpfenden Verteidigern geblockt wurden, während sich Zengel bei seinen verzweifelten Rufen nach dem Ball die Stimmbänder wund schrie. Baruschke brachte in der 70. Minute Mähdrescher B. Schröder und Hampusch für P. Sulkowski sowie den verwarnten und entnervten Salchow, womit er seiner Offensive neuen Schwung für die Schlussviertelstunde einhauchte. Jener Hampusch vergab kurz nach seiner Einwechslung eine gute Chance aufs 4:0. Vorangegangen war ein schöner Spielzug über mehrere Stationen, den abschließenden Querpass bugsierte er jedoch nur an die Latte und den Nachschuss an den am Boden liegenden Gegner. In der 78. Minute tauschte der Trainer erneut, Lode und Pohl ersetzten Hoffmann und Hahn. Die frischen Beine drängten nun auf den nächsten Treffer, mussten damit aber bis zwei Minuten vor Schluss warten, als Hampusch platziert ins Eck abschloss. Zuvor hatte man in Person von Lode und Bebernitz gute Situationen ungenutzt gelassen. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als B. Schröder und ein Gegenspieler im Luftduell hart zusammenrauschten. Nach kurzer Behandlungspause stellte der Heimspieler das Schielen aber wieder ein und auch sein Kontrahent konnte mit einem Pflaster weiterspielen. Bis auf den Unparteiischen wussten alle, dass nichts mehr im Spiel passieren würde, doch Scharf schien Spaß am Spiel zu haben, weshalb er fünf Minuten Nachspielzeit verhängte. Dort geschah aber keinerlei Relevantes, die Begegnung endete folgerichtig mit einem hochverdienten 4:0. Durch den müh-, aber auch glanzlosen Sieg gegen das Tabellenschlusslicht überholt der Neumühler wieder den Mecklenburger SV und belegt damit erneut Platz zwei, auf den aktuell noch fünf Teams realistische Chancen haben. Für dieses Spiel wird es offensiv aber etwas mehr brauchen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen und die Serie von neun Spielen ohne Niederlage aufrechtzuerhalten. Auf fußballerisch niedrigem Niveau war die einseitige Partie zu keiner Zeit gefährdet und Burghardt erlebte einen entspannten Nachmittag, den Koffein-Kevin mit drei Pizzen und Netflix angemessen zu Ende bringen wollte. Gemeinsam genoss man nach Abpfiff noch das schöne Wetter und Mama Sulkowski nutzte den Moment für ein schönes Familienbild mit den Söhnen, die auf dem Foto mehr strahlten als die mittlerweile etwas tiefstehende Sonne. In der nächsten Woche kommt es für die Schweriner zum nächsten Spitzenspiel, wenn man zum direkten Duell um die Vizemeisterschaft zum Tabellennachbarn nach Dorf Mecklenburg reist. Die SG Blau-Weiß Parum-Dümmer empfängt einen Tag früher am Freitagabend den Gostorfer SV um Goalgetter Jerome Brandt, der nach einer Niederlage gegen Spitzenreiter Schlagsdorf/Mustin zuletzt Federn lassen musste im Kampf um den verbleibenden Aufstiegsrang. NSV spielte mit: Burghardt – P. Sulkowski (70. B. Schröder), T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz – Hahn (78. Pohl), Schöwe – Hoffmann (78. Lode), Dombrowski, Salchow (70. Hampusch) – Zengel

Basecap sichert gelungenen Rückrundenauftakt Die Rückrunde der Saison 2025/2026 startete in der Kreisliga SN/NWM mit einem echten Highlight: Der Tabellenzweite Neumühler SV empfing den unangefochtenen Tabellenprimus von der SG Schlagsdorf/Mustin. Beide Teams wiesen die längsten Siegesserien der Liga auf. Der Tabellenführer hatte in der Hinrunde keinen einzigen Punkt abgegeben und stand nach 11 Spielen mit 33 Punkten und 59:5 Toren ganz oben. Dahinter rangierte der NSV mit sieben Siegen hintereinander und 42:17 Toren bei 23 Punkten. Im Hinspiel hatte man eine herbe 5:0-Auswärtspleite hinnehmen müssen und sich nahezu im Spiel aufgegeben. Daher lag auch der Fokus des heutigen Spiels darauf, eine geschlossene Mannschaftsleistung zu zeigen und nicht auseinanderzufallen. Die Stärke des Gegners kannte man jetzt. Die Gastgeber hatten nur eine stark verkürzte Vorbereitung auf dieses Topspiel mit lediglich drei Trainingseinheiten und eineinhalb Testspielen, während die Gäste ohne Testspiele, dafür mit einem 4:0-Pokalsieg gegen den ligahöheren SFV Holthusen im Gepäck, mit reichlich Selbstvertrauen auf die Ranch reisten. Coach Baruschke konnte auf einen breiten Kader zurückgreifen, musste aber kurzfristig den Ausfall von Abwehrspieler Zengel verkraften. Seinem Team verordnete er einen defensiven Ansatz, der über Konter gefährlich werden sollte. Jeder einzelne Spieler erhielt detaillierte Anweisungen über seine heutige Rolle, sodass seine Recken ideal eingestellt wurden. In der Startelf durfte sich Stürmer Philipp Sulkowski rechts hinten probieren, da Tiefflieger Grap noch länger ausfällt. Links hinten kam Dampfwalze Bebernitz frisch aus dem Urlaub direkt auf den Platz. Auf der Sechs feierte Abräumer Hahn mal wieder sein Comeback nach einer Verletzung neben Dauerläufer Schöwe. Vorne sollten Hoffmann, Dombrowski, R. Holst und Hampusch für Gefahr sorgen. Die Heimelf setzte von Beginn an die Anweisungen des Trainers um. Kompromisslos ging es in die Zweikämpfe, um den spielstarken Gast gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Dies gelang auch ganz gut. Nach einigen halbgefährlichen Diagonalbällen stellte man sich darauf ein und verteidigte sie souverän. Der Spitzenreiter wusste kein richtiges Mittel gegen den kompakten Block der Neumühler und leistete sich hinten manchmal kleine Fehler, die der NSV leider nicht ausnutzen konnte. Die beste Gelegenheit vergab Hampusch, heute als Mittelstürmer in ungewohnter Rolle, als er freistehend vor Schlussmann Schulz nur eine hüpfelnde Rückgabe zustande brachte. Auf der Gegenseite klärte Käpt’n Schröder, der mit T. Sulkowski die Innenverteidigung bildete, einen Distanzschuss aufs leere Tor, nachdem Torwart Rusch einen langen Ball nur unzureichend klären konnte. Ansonsten spielte sich viel im Mittelfeld ab, man neutralisierte sich klassisch gegenseitig. Eigene Angriffe konnten die Schweriner kaum richtig aufziehen, da sie permanent aggressiv gepresst wurden; bei Kontern fehlte oft die Genauigkeit. Dafür stand die Defensive und man ließ nur wenig zu. So ging es mit einem ausgeglichenen 0:0 in die Halbzeit. Die Ranch mit ihrem holprigen Untergrund war auch ein Faktor und sorgte für den einen oder anderen frustrierten Gesichtsausdruck bei den Gästen; teilweise fiel sogar das Wort „Kartoffelacker“. Der mit dem Spiel seiner Mannschaft sehr zufriedene Baruschke wechselte einmal und brachte Salchow für Hampusch. Der Gast verzichtete wie im gesamten Spiel auf Wechsel. Im zweiten Durchgang blieb das Bild wie im ersten: Schlagsdorf/Mustin probierte viel mit langen Bällen, blieb aber erfolglos. So wurden es vermehrt Standards, mit denen sie versuchten, gefährlich zu werden. Aber auch hier bekam die Heimmannschaft immer wieder ein Bein dazwischen. Die größte Chance gab es dann aus dem Nichts für den nur 1,72 m großen Jenzen, der am langen Pfosten die Kugel per Kopf aber nicht über den Lulatsch Rusch bringen konnte. Generell wurde jener Jenzen jetzt von seinen Mitspielern gesucht und sollte durch seine individuelle Klasse für die entscheidenden Momente sorgen. Neumühle konnte aus dem Nichts plötzlich eine Riesenchance verzeichnen, als Dombrowskis Schuss aufs halbleere Tor noch in letzter Sekunde geblockt werden konnte. Dies sollte jedoch der letzte wirklich gefährliche Schuss aufs Tor bleiben. Ab der 70. Minute drückte die angereiste Spielgemeinschaft noch stärker auf den Führungstreffer. Kurz zuvor ersetzte Lode den morschen Hahn, dessen Körper nur 66 Minuten voller Belastung standhielt. Angetrieben von Zehner Jenzen wurde es für Rusch und seine Vorderleute richtig brenzlig. Erst kullerte ein Schuss aus 16 Metern nur knapp links vorbei, kurz darauf schob ein Stürmer den Ball nur wenige Zentimeter auf der anderen Seite daneben, wieder perfekt eingesetzt von seiner Nummer 10. Nach diesen beiden Schockmomenten gab es nur kurz Luft zum Atmen und der Keeper der Gastgeber musste jetzt auch mal richtig ran. Eine lange Flanke von links, mal wieder von Jenzen, klärte er in letzter Sekunde mit vollem Körpereinsatz vor dem heranrauschenden Angreifer, den er dabei dort traf, wo es am meisten wehtat. Er selbst blieb auch kurz liegen und musste behandelt werden, konnte aber in der heißen Schlussphase weiterspielen. Mittlerweile gingen die Blicke des NSV immer wehleidiger auf die Stadionuhr, da die Kondition nachließ und der Gegner unaufhörlich anlief. Plötzlich ergab sich nun die Riesengelegenheit auf den Führungstreffer des Spitzenreiters: Ein Loch in der Abwehrkette wurde perfekt ausgenutzt und Jenzen tauchte halblinks im Strafraum frei vor Rusch auf. Sein Schuss wäre wohl perfekt über den Schlussmann ins Tor geflogen, doch in jenem Moment, als alle Hoffnung erlosch, schwang sich etwas auf, der Held des Spiels zu werden. Das Basecap, das der Torhüter auf seinem Kopf als Schutz gegen die tiefstehende Sonne trug, fälschte die über den Scheitel seines Trägers zischende Kugel zur Ecke ab und rettete das Unentschieden. Auch die Brille hatte ihren Anteil an dieser Wahnsinnsparade gehabt und musste von P. Sulkowski geflickt werden, der rechts hinten ein überragendes Spiel machte, in der 90. Minute aber völlig ausgelaugt runter musste, nachdem er bunte Würmchen in seinen Augen sah (oder er hatte einfach Lust auf die bunten Glühwürmchen von Trolli). Für ihn kam Haudegen B. Schröder ins Spiel. Nach diesem Schreckmoment fokussierten sich die Schweriner wieder etwas mehr und überstanden die letzten Minuten wieder souveräner, mussten in der 94. Minute aber eine Gelb-Rote Karte hinnehmen, als R. Holst vom Platz flog. Kurz danach war aber Schluss und der Unparteiische Daniel Schmidt beendete vor 75 Zuschauern die Partie. Somit endeten für beide Teams die langen Siegesserien nach diesem ausgeglichenen 0:0, auch wenn die Gäste gerade zum Schluss der Führung deutlich näherkamen. Durch ein taktisch überragendes Spiel ließ man nur wenig zu; nur Jenzen bekam man nicht immer in den Griff. Der Gast konnte mit seinen langen Bällen nur anfänglich für Gefahr sorgen und hatte bis auf seinen Kapitän keinen Alternativplan gegen das Bollwerk auf der Ranch. Der anstehenden Meisterschaft wird das etwas überraschende Unentschieden kein Hindernis sein; zu souverän pflügt der Aufsteiger aus Schleswig-Holstein durch die Schweriner Kreisliga und hat nun neun Punkte Vorsprung auf den Zweiten vom Mecklenburger SV, die durch ein 5:1 gegen Dargetzow am Neumühler SV vorbeizogen. Für den NSV bedeutete das Spiel einen gewonnenen Punkt im engen Rennen um Platz zwei, mit dem jeder zufrieden war, sowie ein schönes Geburtstagsgeschenk für Grap und Vorstand Heiko Schröder. Die Revanche für die Pleite am ersten Spieltag war gelungen. Der Tabellenführer reiste mit dem ersten Unentschieden nach seiner unglaublichen Siegesserie von elf Spielen erstmals mit nur einem Punkt nach Hause. Als Nächstes reist er am 13. Spieltag zum nächsten Spitzenspiel zum Gostorfer SV mit Toptorjäger Jerome Brandt, der mittlerweile bei 23 Buden steht und damit neun Stück vor Jenzen liegt, der sich auf Platz zwei befindet. Der Neumühler SV empfängt dann eine weitere Spielgemeinschaft, diesmal aus Parum/Dümmer, und wird erneut versuchen, das ganz schwache Hinspiel, das 1:1 endete, vergessen zu machen. Neumühle spielte mit: Rusch – P. Sulkowski (90. B. Schröder), T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz – Hahn (66. Lode), Schöwe – R. Holst, Dombrowski, Hoffmann – Hampusch (46. Salchow) Ebenfalls im Kader: Nittke, L. Holst, Burghardt (T)


