Bebernitz is back! Neumühle überrollt Gostorf in der ersten Halbzeit

23. Oktober 2025

Bebernitz is back! Neumühle überrollt Gostorf in der ersten Halbzeit

Nachdem sich der Neumühler SV mit drei Siegen in Folge aus der sportlichen Krise gekämpft hatte, wartete am achten Spieltag der Kreisliga Schwerin-Nordwestmecklenburg ein echter Gradmesser auf die Rancher. Der Gostorfer SV, Tabellenzweiter und mit dem besten Torschützen der Liga ausgestattet, reiste in den besinnlichen Stadtteil der Landeshauptstadt und wollte mit seiner starken Offensive an das 8:2 anknüpfen, mit dem man zuletzt Boltenhagen aus dem Stadion geschossen hatte. Die Gastgeber konnten dahingegen eine starke Verteidigung aufweisen, die in den letzten drei Spielen nur ein Gegentor hinnehmen musste. Baruschke konnte dafür erneut auf einen breiten Kader zurückgreifen, in dem mit Felix Sperling und Luis Leipold zwei Neuzugänge von der HdBA (Hinein damit, Bier und Alkohol) standen. Letzterer durfte gleich in der Startelf ran, in der es zu einer Rückkehr kam, die sehnsüchtig erwartet wurde wie die Bestellung bei Lieferando: Fabian Bebernitz feierte nach überstandener Langzeitverletzung und insgesamt 18-monatiger Abwesenheit sein Comeback und durfte den linken Flügel beackern. In der Sturmspitze sollte Salchow versuchen, mit den feindlichen Goalgettern mitzuhalten. Bei schönem Sonnenschein pfiff der Unparteiische Ratschat vor 70 Zuschauern die Partie an, welche noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Direkt zu Beginn zeigten die Gäste, dass sie nicht nur gut den Ball ins Tor, sondern auch dem Gegner in die Beine dreschen konnten. Mehrmals traf es Abwehr-Sulkowski fernab des Balles. Ohne großes Gezeter rappelte sich der Abwehrmann aber immer wieder auf und war nicht kleinzukriegen. Beide Teams waren um Spielkontrolle bemüht, was dem NSV besser gelang. Bis zur ersten Chance musste man zwar warten, doch die hatte es dann in sich wie eine Pizza Calzone. Rückkehrer Bebernitz erhielt den Ball und schlenzte ihn von halblinks mit dem schwächeren rechten Fuß unhaltbar ins lange Eck, Seifert flog vergeblich. Nun wurde allen Schwerinern klar, wieso der Torschütze so lange ausgefallen war. In dieser Zeit hatte er anscheinend sein rechtes Bein im Abschluss trainiert, das er sonst nur zum Stehen verwendet. So kam auch die sehr lange Abwesenheit zustande, Schießen war sonst nie sein Steckenpferd gewesen.

Diese Führung in Minute 16 fiel etwas aus dem Nichts, war aber nicht unverdient und markierte den Beginn eines selten gesehenen Torreigens. Nur vier Minuten später erhöhte Wunderknabe Dombrowski nach feiner Einzelaktion auf 2:0. Gostorf antwortete mit der ersten eigenen Chance, die aus guter Position aber deutlich verzogen wurde und vielfachem Ball-über-den-Zaun-Bolzen. So mancher Nachbar freute sich an diesem Tag über ein neues Spielgerät für das Kind oder Haustier.
In der 27. Minute traf Hoffmann dann zum 3:0. Eine schöne Kombination über rechts endete mit seinem Abschluss, den Seifert noch ablenken konnte. Ein Gostorfer Verteidiger schien aber gelähmt wie ein Reh im Scheinwerferlicht, die Kugel prallte an sein Bein und eumelte von da an den Pfosten und schließlich über die Linie, selbst ein graziler Ballett-Ausfallschritt-Klärungsschwinger konnte nicht mehr helfen. Mancher Heimfan rieb sich ein wenig verwundert die Augen über die gnadenlose Effizienz. Gästetrainer Wendland reagierte bereits nach 31 Minuten mit dem ersten Wechsel, der aber nicht half. Erst traf Dombrowski den Pfosten, kurz darauf zielte er genauer. Sein Doppelhackenpasstrick misslang eigentlich, prallte aber genau zu Hoffmann, der dies zum Doppelpass nutzte. Dombrowski tauchte rechts im Strafraum auf und schweißte die Kugel in die lange Ecke (Ratschat kam vermutlich nicht mit dem Offensivfeuerwerk hinterher und notierte sich einige Torschützen verkehrt, Anm. d. Red.).

Erst in der 41. Minute wurde nun Gostorf zum ersten Mal richtig gefährlich, scheiterte aber an Schlussmann Rusch, dem die Fans kurzerhand Doping unterstellten. Anders konnte man sich seine souveräne Leistung nicht erklären. Doch Neumühle ließ sich davon nicht unterkriegen und antwortete mit einem Doppelschlag noch vor der Pause. Erst hämmerte Hoffmann den Ball ungewohnt wuchtig und ungewohnt präzise mit dem ungewohnten linken Fuß ungewohnt hoch unter die Latte. In der Schlussminute erhöhte Bebernitz erneut auf 6:0 und brachte damit die Ranch endgültig zum Beben, als er nach ein wenig Unordnung die Übersicht behielt und lässig einschob. Zwischendurch fiel Abwehrass Grap mal wieder mit einer selbst verschuldeten Bruchlandung auf dem Geläuf auf, als er unter einer Flanke durchtauchte. Spielern, Fans, Tieren und den Anwohnern, die aufgrund des nicht enden wollenden Lärms aus dem Fenster schauten, hing vor Staunen die Kinnlade bis zu Kniekehlen und Kapitän Schröder schien darauf zu warten, dass ihn einer kneifen würde. Dies geschah jedoch nicht (oder passierte erst später beim Duschen?).

Während die Gastgeber guter Dinge in die Kabine marschierten, blies Wendland seiner ideenlos und gehemmt auftretenden Truppe gehörig den Marsch. Trotz der sehr hohen Führung fürchteten einige Unterstützer nach dieser einmaligen Halbzeit eine noch einmaligere Aufholjagd des eigentlich so offensivstarken Gegners. Ohne Wechsel ging es weiter in Durchgang zwei.

Hier boten sich Gostorf anfänglich einige Abschlusssituationen, die aber ungenau abgeschlossen wurden. Das 7:0-Blitz-K.O. fiel dann in der 56. Minute durch Dombrowski, der in diesem Spiel wie so viele seiner Mitspieler zur absoluten Galaform auflief. Eine rustikale Grätsche übersprang er leichtfüßig, als würde ein Einhorn über einen Ast galoppieren. Es folgte ein kurzes Dribbling und der Schlenzer ins Netz hinein. Nun schien die Führung Baruschke auch sicher genug zu sein, um zu wechseln. Hoffmann und Zengel verließen den Platz, für sie kamen Ludwigs und MV’s bester Kreis-Opa-Liga-Spieler B. Schröder hinein. Eine 6:0-Führung wäre mit diesem auf dem Feld schlicht zu unsicher gewesen. Doch die Sturmläufe der Schweriner wurden hierdurch nicht gebremst. 180 Sekunden später eroberte Dampfwalze Bebernitz links mit Hilfe seines stahlharten Athletenkörpers das Spielgerät, walzte über den Flügel und gab nach innen. Dort hielt Leipold gekonnt den Nagel des kleinen Zehs in die Flanke und verlängerte die Kugel damit im Schneckentempo in die lange Ecke. Seifert, der einem an diesem Tag leidtun konnte, war erneut chancenlos.

Nun verflachte die entschiedene Partie doch merklich. Baruschke brachte per Dreifachwechsel Burghardt, Holst und Debütant Sperling für Bebernitz, Grap und Salchow. Mal wieder hatte der Amateurfußball mit dem Bebernitz ihm sein Traumcomeback eine wunderbare Story geschrieben. Sperling holte sich in seiner ersten Aktion gleich die gelbe Karte ab, allgemein war das Zücken des gelben Kartons für Ratschat in den nächsten Minuten die aufwendigste Beschäftigung. Vor den Toren passierte wenig und der Coach der Gäste musste des Feldes verwiesen werden, da er sein Meckern über den Schiedsrichter nicht einstellen konnte. Ein trauriges Highlight gab es noch, als sich ein Spieler des Gostorfer SV schwerer am hinteren Oberschenkel verletzte und schließlich huckepack vom Feld transportiert werden musste. Wir wünschen an dieser Stelle gute Besserung!

Auf dem Feld fiel Torjäger Brandt mit einem Freistoß auf, den er wie an der Schnur an die Latte nagelte. Rusch schaute sich die Sache cool an, da hatte er gekonnt per Augenmaß alles richtig eingeschätzt.
Als alle im Kopf beim Bier nach dem Abpfiff waren (außer Grap, der hatte sich ein solches Erfrischungsgetränk gleich nach der Auswechslung geholt), fielen doch noch zwei Tore. Brandt drosch einen Freistoß durch die Mauer (was war da denn los!?) am verdutzten Rusch vorbei, der seine Tentakel nicht rechtzeitig sortiert bekam. Ein unnötiger wie bitterer Gegentreffer, zumal der Torschütze vorher den Freistoß schnell ausgeführt hatte und ihn ungefährlich am langen Eck vorbeigeschossen hatte. Da Ratschat aber noch nicht freigegeben hatte, durfte Brandt trotzdem wiederholen und nutzte seine zweite Chance in der 85. Minute. Nur eine Minute später umkurvte er nach einem Steckpass Rusch und vollendete zum Doppelpack. Heikel wurde es ebenfalls, als Sulkowski und Burghardt gleichzeitig aufgrund von Verletzungen den Platz verlassen mussten und keine Wechsel mehr zur Verfügung standen. Glücklicherweise konnte Neumühle das Spiel dann aber mit öölf Spielern beenden, da die Blessuren nicht so schlimm waren. So hatte Physio Lauri auch noch ihren Einsatz.

Am Ende stand ein 8:2-Heimsieg des NSV, an den vorher vermutlich die wenigsten geglaubt hatten. Offensiv zeigte man sich kälter als eine Hundeschnauze, defensiv ließ man 85 Minuten so gut wie nichts zu und muss sich eventuell ein wenig über die beiden Gegentreffer ärgern. Doch dies ändert nichts an diesem phänomenalen Spiel, das an diesem Tag auf der Ranch gezeigt wurde. Sollten Forscher jemals Aufzeichnungen über diesen Fußballverein finden, wird in diesen über jenes Spiel berichtet werden, so viel ist sicher.
Durch diesen Kantersieg etabliert sich Neumühle in der oberen Tabellenhälfte und überholt dabei die Gäste, auch wenn es nach wie vor eng wie in einer chinesischen U-Bahn zugeht. Platz Neun und Platz Zwei trennen jetzt fünf Punkte, über allem thront die SG Schlagsdorf/Mustin mit bereits neun Punkten Abstand und kann vermutlich jetzt schon für die Kreisoberliga planen. Nach einem Pokalwochenende kommt es in der Liga dann zum Derby in der Landeshauptstadt zwischen dem Neumühler SV und dem Burgsee Verein Schwerin, wenn man am 9. Spieltag auf dem Dreesch gastiert. Der Gegner lauert nach einem geschenkten Sieg durch Nichtantritt des Gegners mit nur einem Zähler weniger in der Tabelle auf Platz 4.

Neumühle spielte mit:
Rusch – Grap (72. Sperling), Zengel (57. B. Schröder), Sulkowski, C. Schröder (C.) – Schöwe, Dombrowski – Leipold, Hoffmann (57. Ludwigs), Bebernitz (72. Holst) – Salchow (72. Burghardt)

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3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
27. August 2026
Der NSV ist wieder da! Mit dieser freudigen Nachricht startete der erste Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM, der für den Aufsteiger aus Schwerin direkt eine schwere Aufgabe hatte: Am Freitagabend reiste man nach Holthusen, um sich mit dem Drittplatzierten der letzten beiden Spielzeiten zu messen. Dieser hatte sich namenhaft verstärkt, mit Hasselmann kehrte der Mittelfeldmotor nach seinem einjährigen Ausflug zum MSV Pampow zurück und brachte den 21 Jahre jüngeren Torwart Facklam mit, beide standen in der ersten Elf. Beim Neumühler SV rückten ebenfalls zwei Neuzugänge in die Startaufstellung, Genkel begann in der Innenverteidigung und Boller auf Linksaußen. Coach Baruschke formierte seine Mannschaft wie schon im letzten Test in einem 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, mit dem man den spielstarken Gegner in seiner Offensivqualität Einhalt gebieten wollte, um dann über schnelle Konter gefährlich zu werden. Etwas Überraschend begann Dampfwalze Bebernitz dabei nicht links hinten, sondern auf der rechten Offensivseite. Hoffmann musste dafür auf der etwas unbeliebten Mittelstürmer-Postion ran, dahinter sollten Schöwe, Dombrowski und Leipold das Zentrum dichthalten. Vor den Anpfiff gab es für NSV-Urgesteine noch eine schöne Überraschung, Steve Doebler, vor einigen Jahren noch unter dem Namen Athmani für den NSV aktiv, besuchte sein ehemaliges Team bei einem Heimaturlaub. Captain Schrotti schwörte im Mannschaftskreis seine Truppe auf die bevorstehenden 90 Minuten ein, der Schlachtruf hallte wie ein Donnerschlag durch das beschauliche Dörfchen bis an die Scheiben des örtlichen Philipps-Marktes. Vor 96 interessierten Zuschauern eröffnete der Unparteiische Gniefke die Partie. Von Anfang an zeigte sich, dass die beginnende Saison eine deutlich größere Herausforderung sein würde als noch die vorherige in der Kreisliga. Der Gastgeber bestimmte das Spiel von Anfang an und hatte schnell eine erste Chance auf das 1:0, vergab diese jedoch. Das Aufbauspiel der Gäste wurde früh durch ein organisiertes Pressing gestört, sodass kaum gefährlich nach vorne kamen. Meistens nutzte man hierfür schnelles Umschalten nach Ballgewinnen, Dombrowski zielte jedoch knapp vorbei und Hoffmann schoss zweimal nach langen Bällen an Facklams Gehäuse vorbei. Auf der anderen Seite stand die Defensive unter permanenten Dauerstress und musste mehrmals in letzter Sekunde blocken oder hatte Glück, dass die gegnerischen Stürmers zu ungenau zielten. Der spielstarke Gastgeber zwang das Mittelfeld des NSV zu einer massiven Laufleistung, um die ständig rotierenden Spieler zumindest halbwegs zu decken. Nach 25 Minuten fand ein perfekter Chip-Ball den freien Baumann, der die Kugel perfekt ansaugte und Schlussmann Rusch keine Chance ließ. Somit lag der Favorit verdient in Führung. Anschließend hatte sich der Gast halbwegs an die neue Gangart gewöhnt und konnte nun besser mithalten. Das Verteidigen gelang effizienter, nach vorne passte aber nach wie vor wenig zusammen. In der Halbzeit zeigte sich Baruschke daher nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams und wollte nun ein höheres Anlaufen seiner Mannschaft sehen, um das kontrollierte sowie gefährliche Aufbauspiel zu unterbinden. Dieser Plan sollte sich als ausschlaggebend für die phänomenale Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang herausstellen. Das Team zeigte eine neue Überzeugung, das Spiel doch noch zu drehen. Holthusen hatte nun Probleme beim Aufziehen ihres Spieles, Neumühle zeigte sich defensiv griffiger, konnte aber offensiv nach wie vor kaum in Erscheinung treten. In der 54. Minute zeigte Dombrowski seine gefürchtete Kombination aus Flanke und Torschuss, nach der er hörbar umgesenst wurde. Gniefke zeigte sehr zum Ärger des Heimteams auf den Punkt, eine strittige Entscheidung. Boller nahm sich der Sache an und drosch die Kugel in die Tormitte, während Facklam zur Seite hechtete. Der nicht unverdiente Ausgleich in einer nun offeneren Partie. Holthusen antwortete mit verstärktem Drang auf die erneute Führung und kam jetzt wieder gefährlicher vor Ruschs Kasten. Dieser tauchte bei einem platzierten Fernschuss aber ab wie ein U-Boot und lenkte die Kugel stark um seinen Pfosten. Ansonsten überraschte der SFV mit überraschenden Fitnessproblemen, bereits kurz nach dem Wiederanpfiff sackte der erste Spieler mit einem Krampf zusammen, dem im weiteren Spielverlauf noch zwei weitere Mannschaftskollegen folgten. In der 66. Minute gelangte Holthusen über links in den Strafraum, Hahn konnte nicht entscheidend stören. Genkels Befreiungsschlag misslang, wodurch Qualmann an die Kugel kam. Den heranrauschenden Schöwe ließ er links liegen wie nasse Zeitung auf dem Bürgersteig und überwand Rusch aus kurzer Distanz. Baruschke reagierte auf den erneuten Rückstand mit einem Doppelwechsel. Salchow und Neuzugang Entelmann kamen für Bebernitz und Leipold. Beide sollten sich sofort aktiv ins Spielgeschehen einbringen. Entelmann, den alle von nun an nur noch „Muddi“ nennen, begeisterte mit Ballsicherheit und klugen Pässen, Salchow pflückte auf der rechten Seite hoch und runter, als würde er im angrenzenden Schorchs Garten ein Praktikum machen. Kurz darauf bekam der NSV einen Freistoß von der rechten Seite zugesprochen. Dombrowski schnappte sich den Ball nahe der Auslinie und zirkelte ihn mit seinem gefährlichen linken Fuß zum Tor. In der Mitte hoppelte er jedoch an Freund und Feind vorbei, Hahn versuchte sich noch an einem lässigen Hackentrick, kam aber nicht ran. Zur allgemeinen Überraschung fand die Knitte aber seinen Weg in die lange Ecke, womit es wieder Unentschieden stand. Der Spielverlauf war jetzt wie die zweite Halbzeit ausgeglichen, auch wenn der Favorit immer noch die besseren Chancen hatte. Der nimmermüde Hasselmann lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus und wurde immer wieder mit seinen Abschlüssen gefährlich. Einmal rettete die Latte für den NSV, einen Freistoß fischte Rusch gekonnte aus seinem Torwarteck. Für die letzten zehn Minuten brachte Baruschke nun Pohl für Hoffmann. Der Joker überzeugte als raubeiniger Kampfzwerg, der jeden Zweikampf führte, als könnte er noch mehr Urlaubstage für sich rausschlagen. Drei Minuten vor Schluss spielte Muddi einen starken Außenmauken-Pass auf den nimmermüden Sprinter Boller, der im Sechzehner knapp vor Facklam an den Ball kam und anschließend von ihm umgesenst wurde. Dieses Mal war der Elferpfiff unstrittig, für Neumühle ergab sich die etwas unverhoffte Chance auf die späte Führung. Dem Gefoulten war dies anscheinend zu viel Druck, er ließ jetzt Captain Schrotti antreten. Der Spielführer machte es gewohnt souverän und verlud den Torwart. Sein unnachahmlicher Jubellauf führte ihn in die Arme von Teammanager Kojetin, wo ihn auch der Rest der Mannschaft einholte. Holthusen reagierte mit einer wütenden Schlussoffensive, Gniefke zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, die er aber noch etwas verlängerte. Vermutlich war er begeistert von dieser mitreißenden Partie, die die Zuschauer gut unterhalten konnte. Der Gastgeber versuchte alles, um noch auszugleichen, scheiterte aber an den aufopfernden Verteidigern der Schweriner. So beendete der Schiedsrichter die Partie und ließ den NSV feiern. Die neue Saison beginnt nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern einer ganzen Ouvertüre. Nach anfänglichen Problemen und verdientem Rückstand steigerte man sich immer weiter im Verlauf des Spiels, gekrönt von einer sensationellen zweiten Halbzeit, in der man mit dem Spitzenteam durchaus mithalten konnte. Defensiv stand man stabiler und konnte sich auf einen gut aufgelegten Rusch verlassen, der während des Spiels noch mit einem unorthodoxen Dribbling begeisterte. Nichtsdestotrotz hatte man eine gewisse Portion Spielglück, dass der Gegner seine Chancen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nutzte und man mit zwei Elfern und einem Hüppelball dreimal treffen konnte. Dies störte dennoch die losgelöste Stimmung des Aufsteigers nicht. Die Zunge von B. Schröder befand sich vor Glück permanent außerhalb seines Mundes, so als würde er sich an einem imaginären Eis (oder jemand/etwas anderen) erfreuen. Haudegen Hahn herzte überschwänglich seine Kumpanen und ließ Trainer Schaar kurz vor dessen Urlaub seinen glücklichsten Moment seit Langem erleben, während er innig mit ihm jubelte. Somit kann man direkt zu Beginn der neuen Spielzeit ein wahres Erfolgserlebnis feiern, mit dem vor Anpfiff wohl die wenigsten gerechnet hätten. Wichtig ist es nun, den Fokus auf das nächste Duell zu richten, wenn man sich mit dem Neuburger SV auf der heimischen Ranch misst. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, Zengel, C. Schröder (C) - Leipold (69. Entelmann), Schöwe, Dombrowski - Bebernitz (69. Salchow), Hoffmann (81. Pohl), Boller Ebenfalls im Kader: Grap, B. Schröder, Ludwigs
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