Trotz Schwächephase: Neumühler Siegesserie bleibt bestehen – Nur Grap fällt

14. Oktober 2025

Trotz Schwächephase: Neumühler Siegesserie bleibt bestehen – Nur Grap fällt

Nach dem Fehlstart in der Liga mit nur zwei Punkten aus vier Spielen hatte sich der Neumühler SV mit zwei Siegen zuletzt wieder etwas stabilisiert und machte auch bei der bitteren Pokalniederlage gegen den FC Selmsdorf eine gute Figur. Nun musste man gegen den Tabellenzweiten aus Bad Kleinen den Formanstieg erneut bestätigen. Dafür reiste man am 7. Spieltag in das gar nicht so weit entfernte Waldstadion. Für dieses Unterfangen musste man auf Coach Baruschke verzichten, der seltsamerweise Privates über den NSV stellte. Dafür durfte sein Vize Münchow sich in ungewohnter Chefrolle versuchen und lief mit stolzgeschwellter Brust herum. Leider stand sein Sprössling Bastian Burghardt nicht zur Verfügung, da er krank im Bett lag. Stattdessen stand endlich wieder Bomber Ludwigs im Kader und auch Student Wende war zurückgekehrt. Dieser durfte gleich von Beginn an in der Sturmspitze ran und trug als echter Vollstrecker natürlich die Trikotnummer 3. Bereits vor dem Spiel gab es den ersten Mogelversuch der Gastgeber, doch Chefermittler B. Schröder (oder Sherlock?), der wieder im Abwehrzentrum verteidigte, roch den Braten sofort. Als er sah, wie Flügelflitzer Hoffmann den Spielball mit seinen Spaghettiarmen zusammendrückte, erkannte er sofort, dass der Kugel Luft fehlt wie ihm selbst nach einem 100-Meter-Sprint. Trotzdem legte der Unparteiische Dirk Otto diesen erstmal zum Anstoß bereit, nachdem die Teams zum Fußball-Klassiker „I’m a Barbie Girl“ eingelaufen waren. Er bekam jedoch sofort die Quittung, denn als der Ball doch noch ausgetauscht werden sollte, wurde er unabsichtlich von diesem getroffen, als die Knitte in Richtung Wechselbank gedroschen wurde. So begann die Partie mit etwas Verspätung bei herrlichem Sonnenschein, der aber bald weichen sollte.

Das einzig Dynamische zu Beginn der Partie war der Wind, der durch die wenigen Bäume pfiff. Auf dem Feld begann das Heimteam aktiver und verzeichnete die ersten Abschlüsse. Beim ersten wackelte Schlussmann Rusch, lenkte den eigentlich ungefährlichen Ball mit seinen Tentakeln aber noch irgendwie zur Ecke. Diese wurde kurz ausgeführt, Neumühle gewährte mehr Raum als eine Penthouse-Wohnung und hatte Glück, dass der Schuss am langen Eck vorbeizischte. Kurz darauf fabrizierte Abwehrass Grap beinahe ein Eigentor nach einem Missverständnis mit Rusch, klärte seinen Kopfball aber kurz vor der Linie. Nach behäbigen ersten zehn Minuten verzeichneten auch die Gäste ihre ersten schwachen Abschlüsse. Dann war es erneut Grap, der für ein Highlight sorgte. Einen langen Ball klärte er eindrucksvoll mit einem seitlich gehechteten Bauchklatscherkopfball und legte damit den Grundstein der Grap’schen Fallspiele, die in der restlichen Partie folgen sollten. Zeitgleich verkörperte er damit auch die etwas stabiler gewordene Defensive der Schweriner. Diese profitierte auch vom Rückenwind, der die vielen langen Bälle etwas abschwächte.

Etwas aus dem Nichts fiel dann in der 18. Minute die Führung für Neumühle. Eine flache Hereingabe von links wurde nur gestoppt und nicht geklärt, sodass Wende den herumliegenden Ball ansatzlos ins linke Eck hämmerte. Wer meinte, dass das Spiel jetzt richtig beginnen sollte, lag falsch. Viel spielte sich zwischen den Strafräumen und im wahrsten Sinne auf dem Rasen ab, da Spieler beider Seiten Probleme mit dem etwas welligen Geläuf hatten. Besonders Grap hatte hier, wie schon angesprochen, einige Probleme und stolperte mehrfach ohne Gegnereinwirkung über seinen Schatten. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als Kapitän C. Schröder laut schreiend nach einem Zweikampf zu Boden ging. Münchow standen sofort die Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Als sich mit L. Holst ein möglicher Ersatzmann warm machte, gab der Anführer aber schon wieder Entwarnung. Währenddessen musste Bad Kleinen das erste Mal verletzungsbedingt wechseln, was noch häufiger vorkommen sollte.

Etwas später profitierten die Gäste von einem krassen Torwartfehler. Nach einem feinen Steckpass von Dombrowski, der heute nicht wie gewohnt seine Fußballwunder vollbrachte, auf Linksaußen Hampusch, tauchte dieser links im Sechzehner auf. Der Jungspund, der beim Bierkauf noch nach seinem Ausweis gefragt wird, sah, dass Heimkeeper Schombach sein kurzes Eck offen präsentierte wie Bauarbeiter ihre Analrinne. Reaktionsschnell piekte er die Pille cool hinein und feierte mit seinen Kollegen seinen ersten Treffer für seinen neuen Verein. Danach passierte bis auf weitere Stürze von Grap nicht mehr viel in Hälfte eins. Hampusch verzog noch einen Traumtorversuch aus 30 Metern knapp über die Latte, die restlichen Abschlüsse beider Teams blieben ungefährlich. Da Otto anscheinend keine Lust auf Nachspielzeit hatte, ging es pünktlich nach 45 Minuten in die Katakomben.

Die Gastgeber blieben lange in der Kabine und stellten auf Viererkette um, da Dreier- bzw. Fünferabwehr zu viel Raum geboten hatte. Ebenfalls wechselten sie zweimal. Dennoch kam der NSV durch R. Holst(-Fuß) zur ersten guten Chance, als er nach einem langen Ball freistehend zu zentral auf Schombach schoss. Trotzdem zeigte die Umstellung Wirkung. Bad Kleinen fand deutlich besser ins Spiel und die Rancher bolzten zu viele Bälle blind nach vorne. Detektiv B. Schröder musste für seinen geschlagenen Torhüter Rusch per Grätsche vor der Linie klären. Ansonsten fiel bei Neumühle nur Grap durch erneutes Hinfallen auf. Münchow wollte frische Beine bringen, doch Joker Ludwigs brauchte länger zum Anlegen seines Trikots als für das Umziehen vor dem Spiel. Auch von den antreibenden Worten des Trainers ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen. Somit erweckte er den Eindruck, als wolle er gar nicht spielen. Münchow hingegen trieb es die Zornesröte ins Gesicht. Währenddessen hatte Dombrowski nach einem gezielten langen Ball von Zengel eine gute Chance liegen lassen. Danach konnte der Wechsel endlich planmäßig durchgeführt werden, in der 65. Minute betrat Ludwigs zusammen mit Salchow den Platz, mit Hampusch und Wende mussten die beiden bisherigen Torschützen runter. Nach wie vor wirkte Neumühle aber unkonzentriert und konnte sich bei Bad Kleinen bedanken, dass diese ihre Chancen schlecht ausspielten.

In der 71. Minute wurden die Angereisten unfreiwillig zurück ins Spiel geholt. Dombrowski eroberte den Ball im Pressing und steuerte den gegnerischen Strafraum an, sein Gegenspieler zerrte an seinem Trikot, als wolle er es ihm mit bloßer Hand vom Körper reißen. Als dies nicht klappte, versuchte er es mit einer eingesprungenen beidbeinigen Scherengrätsche, als Dombrowski gerade zum Schuss ausholte. Nach dieser Sense, mit der man auch hätte Getreide ernten können, sah jener Mann völlig zurecht die glatt rote Karte, auch wenn Dombrowski seinen Abschluss noch durchbrachte, diesen aber rechts vorbeilegte. Den folgenden Freistoß schnippelte R. Holst überraschend feinfühlig in die Torwartecke und war Nutznießer eines Stellungsfehlers von Schombach, der sich hinter seiner Mauer versteckte wie einst Walter Ulbricht.

Durch das 3:0 und die Überzahl war das Spiel entschieden, auch wenn man nicht bemerkte, dass ein Team einen Spieler weniger auf dem Feld hatte. Während Grap durch weitere Bruchlandungen auffiel, bog das Spiel in seine finale Phase ein. In dieser machte dann Mittelfeldmotor Schöwe alles klar, als er eine Flanke von Ludwigs, der sich vor dem Einwechseln klug geschont hatte, artistisch per Seitfallzieher auf Oberschenkelhalshöhe ins Tor drückte. Münchow brachte für die letzten Minuten Maschler, L. Holst und Lode für Hoffmann (der in diesem Spiel zu wenig außen blieb), C. Schröder und Dombrowski. Maschler fiel in seiner ersten Aktion durch einen genialen Außenristheber auf Ludwigs auf, der diesen aber nicht final verwerten konnte. Lode hatte die Chance aufs 5:0, als er eine Flanke volley aufs Tor lenkte, aber nur Schombach anschoss. Nach Graps neunten Sturz war die letzte Frage des Spiels, ob er sich noch ein zehntes Mal in dieser Begegnung zu Boden legen würde. Diesen Gefallen tat er aber nicht, stattdessen schrie er Lode an, dass dieser mehr laufen solle. Da der Unparteiische anscheinend pünktlich zu Hause sein musste, gab es wieder keine Nachspielzeit und Neumühle feierte einen 4:0-Auswärtssieg.

Das hohe Ergebnis trügt hierbei ein wenig. Die erste Halbzeit war außer den zehn Minuten am Anfang noch solide, in der zweiten stellte man das Fußballspielen aber größtenteils ein und hatte Glück, dass der Gegner an diesem Tag zu nicht mehr in der Lage war. So musste Rusch keine einzige echte Parade zeigen und verbrachte somit mehr Zeit auf seinen Füßen als Sturzflieger Grap. Vor allem Haudegen B. Schröder freute sich über das Spiel zu Null mit bzw. trotz ihm. So konnte man sich über den dritten Sieg in Folge freuen, mit dem man sich weiter von den Abstiegsplätzen distanzieren kann. Im sehr engen Tabellenmittelfeld belegt man nun den sechsten Platz. Hierbei liegen zwischen dem Neunten und dem Zweiten aber lediglich vier Punkte, wobei alle Aufsteiger unter den ersten Sieben zu finden sind. Einen solchen starken Emporkömmling empfängt der NSV nächste Woche, wenn mit dem Gostorfer SV der aktuelle Tabellenzweite anreist. Dieser hat mit Jerome Brandt den besten Torschützen der Liga in den Reihen, er war bisher 13-mal erfolgreich.

Neumühle spielte mit: Rusch – Grap, Zengel, B. Schröder, C. Schröder (C) (83. L. Holst) – Dombrowski (86. Maschler), Schöwe – Hoffmann (83. Lode), R. Holst, Hampusch (65. Salchow) – Wende (65. Ludwigs)

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3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
27. August 2026
Der NSV ist wieder da! Mit dieser freudigen Nachricht startete der erste Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM, der für den Aufsteiger aus Schwerin direkt eine schwere Aufgabe hatte: Am Freitagabend reiste man nach Holthusen, um sich mit dem Drittplatzierten der letzten beiden Spielzeiten zu messen. Dieser hatte sich namenhaft verstärkt, mit Hasselmann kehrte der Mittelfeldmotor nach seinem einjährigen Ausflug zum MSV Pampow zurück und brachte den 21 Jahre jüngeren Torwart Facklam mit, beide standen in der ersten Elf. Beim Neumühler SV rückten ebenfalls zwei Neuzugänge in die Startaufstellung, Genkel begann in der Innenverteidigung und Boller auf Linksaußen. Coach Baruschke formierte seine Mannschaft wie schon im letzten Test in einem 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, mit dem man den spielstarken Gegner in seiner Offensivqualität Einhalt gebieten wollte, um dann über schnelle Konter gefährlich zu werden. Etwas Überraschend begann Dampfwalze Bebernitz dabei nicht links hinten, sondern auf der rechten Offensivseite. Hoffmann musste dafür auf der etwas unbeliebten Mittelstürmer-Postion ran, dahinter sollten Schöwe, Dombrowski und Leipold das Zentrum dichthalten. Vor den Anpfiff gab es für NSV-Urgesteine noch eine schöne Überraschung, Steve Doebler, vor einigen Jahren noch unter dem Namen Athmani für den NSV aktiv, besuchte sein ehemaliges Team bei einem Heimaturlaub. Captain Schrotti schwörte im Mannschaftskreis seine Truppe auf die bevorstehenden 90 Minuten ein, der Schlachtruf hallte wie ein Donnerschlag durch das beschauliche Dörfchen bis an die Scheiben des örtlichen Philipps-Marktes. Vor 96 interessierten Zuschauern eröffnete der Unparteiische Gniefke die Partie. Von Anfang an zeigte sich, dass die beginnende Saison eine deutlich größere Herausforderung sein würde als noch die vorherige in der Kreisliga. Der Gastgeber bestimmte das Spiel von Anfang an und hatte schnell eine erste Chance auf das 1:0, vergab diese jedoch. Das Aufbauspiel der Gäste wurde früh durch ein organisiertes Pressing gestört, sodass kaum gefährlich nach vorne kamen. Meistens nutzte man hierfür schnelles Umschalten nach Ballgewinnen, Dombrowski zielte jedoch knapp vorbei und Hoffmann schoss zweimal nach langen Bällen an Facklams Gehäuse vorbei. Auf der anderen Seite stand die Defensive unter permanenten Dauerstress und musste mehrmals in letzter Sekunde blocken oder hatte Glück, dass die gegnerischen Stürmers zu ungenau zielten. Der spielstarke Gastgeber zwang das Mittelfeld des NSV zu einer massiven Laufleistung, um die ständig rotierenden Spieler zumindest halbwegs zu decken. Nach 25 Minuten fand ein perfekter Chip-Ball den freien Baumann, der die Kugel perfekt ansaugte und Schlussmann Rusch keine Chance ließ. Somit lag der Favorit verdient in Führung. Anschließend hatte sich der Gast halbwegs an die neue Gangart gewöhnt und konnte nun besser mithalten. Das Verteidigen gelang effizienter, nach vorne passte aber nach wie vor wenig zusammen. In der Halbzeit zeigte sich Baruschke daher nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams und wollte nun ein höheres Anlaufen seiner Mannschaft sehen, um das kontrollierte sowie gefährliche Aufbauspiel zu unterbinden. Dieser Plan sollte sich als ausschlaggebend für die phänomenale Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang herausstellen. Das Team zeigte eine neue Überzeugung, das Spiel doch noch zu drehen. Holthusen hatte nun Probleme beim Aufziehen ihres Spieles, Neumühle zeigte sich defensiv griffiger, konnte aber offensiv nach wie vor kaum in Erscheinung treten. In der 54. Minute zeigte Dombrowski seine gefürchtete Kombination aus Flanke und Torschuss, nach der er hörbar umgesenst wurde. Gniefke zeigte sehr zum Ärger des Heimteams auf den Punkt, eine strittige Entscheidung. Boller nahm sich der Sache an und drosch die Kugel in die Tormitte, während Facklam zur Seite hechtete. Der nicht unverdiente Ausgleich in einer nun offeneren Partie. Holthusen antwortete mit verstärktem Drang auf die erneute Führung und kam jetzt wieder gefährlicher vor Ruschs Kasten. Dieser tauchte bei einem platzierten Fernschuss aber ab wie ein U-Boot und lenkte die Kugel stark um seinen Pfosten. Ansonsten überraschte der SFV mit überraschenden Fitnessproblemen, bereits kurz nach dem Wiederanpfiff sackte der erste Spieler mit einem Krampf zusammen, dem im weiteren Spielverlauf noch zwei weitere Mannschaftskollegen folgten. In der 66. Minute gelangte Holthusen über links in den Strafraum, Hahn konnte nicht entscheidend stören. Genkels Befreiungsschlag misslang, wodurch Qualmann an die Kugel kam. Den heranrauschenden Schöwe ließ er links liegen wie nasse Zeitung auf dem Bürgersteig und überwand Rusch aus kurzer Distanz. Baruschke reagierte auf den erneuten Rückstand mit einem Doppelwechsel. Salchow und Neuzugang Entelmann kamen für Bebernitz und Leipold. Beide sollten sich sofort aktiv ins Spielgeschehen einbringen. Entelmann, den alle von nun an nur noch „Muddi“ nennen, begeisterte mit Ballsicherheit und klugen Pässen, Salchow pflückte auf der rechten Seite hoch und runter, als würde er im angrenzenden Schorchs Garten ein Praktikum machen. Kurz darauf bekam der NSV einen Freistoß von der rechten Seite zugesprochen. Dombrowski schnappte sich den Ball nahe der Auslinie und zirkelte ihn mit seinem gefährlichen linken Fuß zum Tor. In der Mitte hoppelte er jedoch an Freund und Feind vorbei, Hahn versuchte sich noch an einem lässigen Hackentrick, kam aber nicht ran. Zur allgemeinen Überraschung fand die Knitte aber seinen Weg in die lange Ecke, womit es wieder Unentschieden stand. Der Spielverlauf war jetzt wie die zweite Halbzeit ausgeglichen, auch wenn der Favorit immer noch die besseren Chancen hatte. Der nimmermüde Hasselmann lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus und wurde immer wieder mit seinen Abschlüssen gefährlich. Einmal rettete die Latte für den NSV, einen Freistoß fischte Rusch gekonnte aus seinem Torwarteck. Für die letzten zehn Minuten brachte Baruschke nun Pohl für Hoffmann. Der Joker überzeugte als raubeiniger Kampfzwerg, der jeden Zweikampf führte, als könnte er noch mehr Urlaubstage für sich rausschlagen. Drei Minuten vor Schluss spielte Muddi einen starken Außenmauken-Pass auf den nimmermüden Sprinter Boller, der im Sechzehner knapp vor Facklam an den Ball kam und anschließend von ihm umgesenst wurde. Dieses Mal war der Elferpfiff unstrittig, für Neumühle ergab sich die etwas unverhoffte Chance auf die späte Führung. Dem Gefoulten war dies anscheinend zu viel Druck, er ließ jetzt Captain Schrotti antreten. Der Spielführer machte es gewohnt souverän und verlud den Torwart. Sein unnachahmlicher Jubellauf führte ihn in die Arme von Teammanager Kojetin, wo ihn auch der Rest der Mannschaft einholte. Holthusen reagierte mit einer wütenden Schlussoffensive, Gniefke zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, die er aber noch etwas verlängerte. Vermutlich war er begeistert von dieser mitreißenden Partie, die die Zuschauer gut unterhalten konnte. Der Gastgeber versuchte alles, um noch auszugleichen, scheiterte aber an den aufopfernden Verteidigern der Schweriner. So beendete der Schiedsrichter die Partie und ließ den NSV feiern. Die neue Saison beginnt nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern einer ganzen Ouvertüre. Nach anfänglichen Problemen und verdientem Rückstand steigerte man sich immer weiter im Verlauf des Spiels, gekrönt von einer sensationellen zweiten Halbzeit, in der man mit dem Spitzenteam durchaus mithalten konnte. Defensiv stand man stabiler und konnte sich auf einen gut aufgelegten Rusch verlassen, der während des Spiels noch mit einem unorthodoxen Dribbling begeisterte. Nichtsdestotrotz hatte man eine gewisse Portion Spielglück, dass der Gegner seine Chancen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nutzte und man mit zwei Elfern und einem Hüppelball dreimal treffen konnte. Dies störte dennoch die losgelöste Stimmung des Aufsteigers nicht. Die Zunge von B. Schröder befand sich vor Glück permanent außerhalb seines Mundes, so als würde er sich an einem imaginären Eis (oder jemand/etwas anderen) erfreuen. Haudegen Hahn herzte überschwänglich seine Kumpanen und ließ Trainer Schaar kurz vor dessen Urlaub seinen glücklichsten Moment seit Langem erleben, während er innig mit ihm jubelte. Somit kann man direkt zu Beginn der neuen Spielzeit ein wahres Erfolgserlebnis feiern, mit dem vor Anpfiff wohl die wenigsten gerechnet hätten. Wichtig ist es nun, den Fokus auf das nächste Duell zu richten, wenn man sich mit dem Neuburger SV auf der heimischen Ranch misst. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, Zengel, C. Schröder (C) - Leipold (69. Entelmann), Schöwe, Dombrowski - Bebernitz (69. Salchow), Hoffmann (81. Pohl), Boller Ebenfalls im Kader: Grap, B. Schröder, Ludwigs
24. Juni 2026
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